Was mit Kunst - Ein Podcast von und mit Johann König | Podimo

Was mit Kunst - Ein Podcast von und mit Johann König | Podimo

Transkript

Zurück zur Episode

00:00:01: Das Kunstbuch hat eine Nischenstellung, hat es auch schon lange.

00:00:05: Manche Leute haben eher ein Kunstwerk gekauft als ein Kunstbuch aber die Künstler wollen einen Buch haben.

00:00:14: Die wollen etwas was man fühlen kann und riechen kann.

00:00:17: Was mit Kunst?

00:00:19: Ein Podcast von und mit Johann König.

00:00:22: Heute zu Gast die Kunstbuchmacherin Uter Großenik.

00:00:26: Hallo Uter Zusammen gerade ein Projekt abgeschlossen.

00:00:32: Ein Card Blanche, Heft von und mit Armin Böhm was du betreut hast.

00:00:37: aber bevor wir darauf eingehen weil Du bist ja vor allem Büchermacherin warst Mehrfachere Verlegerin Wie bist Du überhaupt zu Kunst gekommen?

00:00:45: Zu Kunst bin ich durch meinen Vater gekommen.

00:00:47: Mein Vaters Jahrgang neunzehnt dreißig Gürtel zu den weißen Jahrgängen hat sich Nachdem man mit fünfzehn von der Schule abgehen musste, in Abendschulen fortgebildet zum Bauingenieur und Architekten.

00:01:00: Und seine große Leidenschaft war die Kunst.

00:01:03: Das wollte er seiner Tochter nahebringen.

00:01:07: Damals hatten wir noch sechs Tage Schule die Woche.

00:01:10: Am siebten Tag am Sonntag musste ich mit meinem Vater ins Museum gehen.

00:01:15: Ich bin ja in Köln aufgewachsen Und damals gab es das Walra Frichards und das Museum Ludwig.

00:01:21: Die waren noch in einem Gebäude, das ist heute das museumverangewandte Kunst.

00:01:26: Da wurde Sonntagsvormittag hingegangen und man hat sich die Ausstellung angeguckt natürlich auch andere Kunst.

00:01:34: aber das war dass ich zur Kunst gekommen bin.

00:01:38: Was sind denn die weißen Jahre, sagt du gerade?

00:01:40: Die weißen Jahrgänge, das sind die Männer, die nicht eingezogen wurden mehr weil sie zu jung waren und die aber auch nicht die Schule zu Ende machen konnten, weil sie geflohen sind so wie mein Vater.

00:01:51: also die weiße Jahrgänke sind die, die zu jung war um dann noch zur Hitler-Jugend.

00:01:56: Verstehe.

00:01:58: Die fünfundvierzig fünfzehn waren unter dem Volkssturm

00:02:01: sozusagen.

00:02:01: Genau.

00:02:02: Okay verstehe Und das Ludwig Museum wurde doch in den Achtzigern gestartet, oder?

00:02:07: Nein, das gab es schon früher.

00:02:09: Die Sammlung Ludwig war ein Teil des Walra-Frichards-Museums.

00:02:12: Da hatte der Peter Ludwig ... Als Dauerleihgabe

00:02:14: sozusagen?

00:02:15: Leihgaben gestiftet, also hauptsächlich Popart, was ich natürlich wahnsinnig spannend fand auch gerade als Kind oder Jugendliche und da sind wir uns angeguckt.

00:02:24: Und ich habe ja dann später auch in Köln Kunstgeschichte studiert und da hatte derPeter Ludwig dann auch eine Gastprofessur.

00:02:31: Das heißt er hat die Studenten durch seine Sammlungen geführt Und er war Schokoladenfabrikant und dann vor Weihnachten wurde immer das Gerücht gestreut, so.

00:02:42: Dann gibt der Peter Ludwig Schokolade aus.

00:02:45: Dann waren die Vorlesungen immer besonders voll und hat dann eben erzählt wie er die Werke gekauft hat, wie die Künstler getroffen hat.

00:02:53: Das war sehr spannend weil es natürlich in dem sehr theoretischen Kunstgeschichtsstudium wirklich ein Praxisbezug war.

00:03:00: Sehr toll!

00:03:01: Siehst du, habe ich auch wieder was gelernt.

00:03:03: Ich dachte nämlich erst als der Neubau an der Domplatte kamen da war ja auch Weihraff-Richerheitsmuseum und Museum Ludwig unter einem Dach und als mein Vater dann Direktor wurde also es hatte nichts mit ihm zu tun zog das Weihraf-Rechardsmuseum aus in sein eigenes Gebäude.

00:03:18: aber ich dachte dass die ganze Pop Art Sammlung und Picasso's und so dass sie erst fest in Köln angesiedelt waren Durch die Neubau.

00:03:25: Die wurde

00:03:26: natürlich immer größer und dann wird es auch auf andere Häuser, also nach Koblenz gibt ja aus einem Glutwicht Budapest verteilt.

00:03:34: Und dann kam der von Peter Busmann der Neubauer.

00:03:38: Ja okay also dein Vater war Ingenieur?

00:03:43: Also jetzt kein künstlerischer Architekt sondern Bauingenieur habe ich verstanden

00:03:46: genau

00:03:47: Und hat dich dann immer mit in die Museen geschleiftet?

00:03:49: Hat sich wahnsinnig für Kunst interessiert, konnte auch sehr gut zeichnen und hatte sogar den Wunsch dass ich bildende Künstlerin werden sollte.

00:03:57: Wow!

00:03:58: Ich glaube das ist ja auch sehr selten so.

00:04:00: Eltern sagen immer studierblöss nicht Kunst.

00:04:02: was willst du dahinter machen?

00:04:03: da verdienst ja kein Geld.

00:04:05: mein Vater hätte sehr gerne gesehen dass ich an eine Kunstakademie gegangen wäre aber dazu fühlte ich mich nicht berufen.

00:04:13: Wahrscheinlich wär er gerne Künstler geworden oder Ja,

00:04:16: vermutlich auch.

00:04:18: Aber ist ja interessant und dann bist du mit dir immer eine Einzelkind?

00:04:22: Nein, aber ich bin die Ältere und mein Bruder war da von außen vor.

00:04:29: Obforschon

00:04:29: weiß man nicht!

00:04:31: Also aus dem geworden...

00:04:32: Du hast dann BWL studiert.

00:04:34: Okay, nichts mit Kunst.

00:04:36: Wir sind hier bei.

00:04:37: Was mit Kunst?

00:04:38: also das war sozusagen deine Berührung und wie ging es dann weiter?

00:04:41: Da musste ich mich nach dem Abitur meinen Schließen was will ich denn studieren?

00:04:45: Und dann hat mein Vater gesagt, Kunstgeschichte wär doch schön.

00:04:48: Da kannst du mir immer erklären was wir da alles so sehen wenn es Museum geht.

00:04:53: und ich hab aber im Hauptfach Germanistik als Nebenfach-Kunstgeschichte gemacht auch noch Theaterwissenschaften und eigentlich war meine Leidenschaft das Theater und ich wäre gerne Dramaturgin geworden habe mich auch an einigen Theater assistiert Und ich bin dann, als ich das Studium abgeschlossen hatte zu Theater der Welt nach Hamburg gegangen.

00:05:18: Das wurde damals geleitet von Renate Klett und war in den Eintrachten und war am Taliertheater.

00:05:27: Da machten gerade die Deichtor-Hallen auf oder die haben in den Neuen Achtzig aufgemacht.

00:05:31: Die wurden umgebaut.

00:05:32: Das war ja mal ein Großmarkt.

00:05:34: Und die erste Ausstellung hat Harald Seemann verantwortet.

00:05:38: da war ... achthundertfünfzig Jahre Geburtstag des Hamburger Hafens.

00:05:43: Da gab es einen Sonderbudget und Harald Seemann konnte da eine große Ausstellung inszenieren, und er brauchte auch eine Assistentin und da wurde ich dem vorgestellt – das passte!

00:05:56: Und dann habe ich mit Haraldseemann zusammengearbeitet.

00:05:59: So bin ich dann eigentlich zur Kunst gekommen vom Theater.

00:06:03: Interessant!

00:06:03: Und war's dann kuratorische Assistenz?

00:06:05: Und hast du selber als Kuratorin gearbeitet?

00:06:07: Also, ich war dann erst mal Assistent von Harald Seemann.

00:06:10: Dann habe mich die Deichto-Heilen übernommen in der Organisation

00:06:14: und ... Du warst nicht nur Assistent vom Harald Seemann?

00:06:17: Nein, er hat ja für die eine Ausstellung sozusagen verpflichtet.

00:06:21: Und sonst frei!

00:06:23: Ich bin aber an den Deichtohallen geblieben... ...und bin dann aber drei Jahre später bei Bundeskunstthalle in Bonn im Aufbau.

00:06:33: Intendanten in Pontus Hultén.

00:06:35: Das war der Grundungsdirektor des Schwede, das moderne Musee, da war ich das Centre-Pompidou.

00:06:41: Er lebt in Paris und ich hatte ihn ja in Paris studiert.

00:06:45: Ich sprach damals recht gut Französisch und da haben mich die Bundeskunsttheile gefragt ob ich nicht mit dem Pontus-Holtén zusammenarbeiten wollte und dann dachte ich, das ist ja klasse!

00:06:57: Und dann bin ich nach Bonn gegangen.

00:06:58: Interessant!

00:06:59: Ich muss mal kurz einordnen, der Harald Seemann ganz legendärer Kurator Dokumentar V Mein Vater hat da so eine Untersektion unter dem Seemannen damals gemacht das Maus Museum vom Oldenburg.

00:07:09: Dokumenta V war glaube ich zwei in siebzig ist einer der legendärsten Ausstärkungen und der andere ist When Attitude's Became Form, meine ich glaube...

00:07:18: Genau, das war in

00:07:20: bern, Grundshalle Bern Und Harald Seemann, wie kein anderer das Korratieren geprägt hat und mal sehr gemeint zu meinem Vater gesagt hat.

00:07:27: Du musst dich jetzt zur Frau umwandeln lassen ist die einzige Chance, die du hast die Dokumenter zu bekommen.

00:07:33: aber so wichtig keine Würste machen.

00:07:36: also der war damals noch ziemlich kompetitiv untereinander.

00:07:39: aber auf alle Fälle es ist ja schon irre was das für eine Zeit war ne Deichto-Hall neu Bundeskunsthalle gebaut, Sontre Pompidou.

00:07:47: Also die achziger Jahre waren für die Kunst Das Wirtschaftswunder für die Bundesrepublik irgendwie, oder?

00:07:53: Ja da war sehr viel möglich.

00:07:54: Also ich bin ja in Köln groß geworden.

00:07:56: Damals waren natürlich Kölnen... Die europäische Kunsthauptstadt kann man glaube ich sagen.

00:08:01: also das gab die Museen es gab die meisten Galerien.

00:08:06: der erste Kunstmarkt wurde neunzighundertsechzig auch noch von Rudolf Zwirner in Kologne und vielen

00:08:12: anderen

00:08:13: Mutter aller Kunstmessen gegründet.

00:08:16: Das war immer Köln und es wurde dann erst nach dem Mauerfall, sind die Künstler auch die Galerien teilweise eben nach Berlin gegangen.

00:08:24: Ja ja ok und dann bist du sozusagen über kuratorische Assistenz Hamburg Bonn bis nach Paris?

00:08:32: Und wann kamen die Bücher denn in dein Leben?

00:08:34: weil Du bist ja bekannt im Kunstbetrieb.

00:08:37: wir kennen uns glaube ich schon seit fünfzehnzig Jahren für das Bücher machen.

00:08:41: Naja also das erste war mit dem Harald Seemann Damals in Deichtorhallen, die Ausstellung hieß Einleuchten und da wurde in Hamburg ein Katalog gedruckt.

00:08:50: Und dabei sind wir wirklich zu jedem Bogen hingefahren und mich hat das alles interessiert.

00:08:56: Ich saß dann also immer mit Harald Seemann im Taxi und wir fuhren wieder in die Druckerei.

00:09:00: Das war das erste Buch und das hat mich dann eben auch nicht mehr losgelassen.

00:09:05: Ist aber interessant.

00:09:06: Einleuchtend ist ja ein Begriff aus dem Theater auch ne?

00:09:09: Ja!

00:09:09: Und der kam von dir oder...?

00:09:11: Ne, da kann man mal sehen.

00:09:12: Interessant war der Haar der Jean-Christophe Ammann auch in Gebäude der Achtzigerjahre vom Hallein in Frankfurt.

00:09:18: Der hat ja immer seine wechselnden Ausstellungsheenwechsel genannt wie auch im Theater.

00:09:22: also war Kunst und Theater sich näher damals?

00:09:25: Das glaube ich nicht.

00:09:26: Also da gab es auch immer eine Rivalität weil das Theater war voll subventioniert.

00:09:32: Das hat die Kunst beneidet.

00:09:34: Die Künstler mussten sicher dann auch durch einen immer stärker werdenden Markt beweisen.

00:09:40: Und die waren sich, also jedenfalls die, die das gemacht haben, die waren nicht sehr nahe.

00:09:46: Okay und dann war sozusagen einleuchten, wann Buch du begleitet hast?

00:09:52: Genau!

00:09:53: Und da natürlich noch weitere Publikationen.

00:09:55: Ich bin ja dann an den Deichtorhallen geblieben und als ich nach Bonn gegangen bin, habe ich mit zwei Künstlern zusammengearbeitet, mit der Nikkie de Saint-Fal und mit dem Sam Francis.

00:10:10: Und besonders mit der Niki de Saint Fall.

00:10:12: Wir haben ein Buch gemacht für das die Nikki ... Manchmal hab' ich sogar daneben gesessen Briefe geschrieben hat also mit ihrer schönen Handschrift und mit Zeichnungen.

00:10:24: Und da hab ich dann auch ins Deutsche übersetzt.

00:10:27: Also in diesem Katalog gab es sehr viele ... Autobiographische Dinge von der Nikitasanfall.

00:10:34: Und ... Das ist im letzten Moment auf die Maschine gegangen, da waren auch einige Fehler drin.

00:10:40: Aber es trotzdem also ein Riesen-Bestzeller geworden war natürlich Nikitas an Fall damals für die Frauenbewegung.

00:10:48: Die hat ja ihre Kinder verlassen, ist dann mit Jean Tangeli zusammengezogen und hat ihre Karriere durchgesetzt wurde auch von Pontus Hultén damals sehr gefördert mit ihren großen Skulpturen.

00:11:03: Und das war ein Buch, also was sehr viele glaube ich berührt hat.

00:11:08: Faximile ist dann?

00:11:09: Faxi-Mille ist von den Briefen... Briefen!

00:11:11: Auch an ihrem Vater oder?

00:11:12: Oder doch von ihrem Vater irgendwie missbraucht und...?

00:11:15: Ja,

00:11:15: das kam damals zum ersten Mal wirklich zu Sprache, wo sie es zum ersten mal dann auch thematisiert hat oder überhaupt ausgesprochen hat.

00:11:23: Das ist später ... mehr aufgearbeitet worden als dabei.

00:11:28: da hat sie sich eben sehr persönlich auch geäußert.

00:11:32: Und es war eine tolle Ausstellung, also das Museum wurde ja von Gustav Peichel gebaut und dann gab's einen großen Dachgarten und dann wurde am Schluss beschlossen, da wird noch ein Skulpturgarten von Nikides nach Fall eingerichtet.

00:11:45: Das heißt diese Ausstellung hatte eine große Aufmerksamkeit und das Buch eben

00:11:49: auch.

00:11:50: Und beide Bücher sind auch autark von den Ausstellungen?

00:11:54: zu verstehen, nicht reine Kataloge oder?

00:11:56: Also Nicky, das war ganz sicher nicht.

00:11:58: Ist eher ein Künstlerbuch.

00:12:00: aber Einleuchten waren nicht in reiner Katalog sondern...

00:12:03: Ne, der Harald Seemann hatte ja immer eine Entourage an Künstlern also dazu gehörte Richard Serra dazugehört Nile Toroni Das waren sehr bekannte Künster die dann auch alle kamen, die man kennengelernt hat und wurden alle in diesem Buch präsentiert.

00:12:20: Und Haraldseemann hat den ganzen Texte dazu geschrieben.

00:12:24: Und dann war ich im Bonn.

00:12:25: Als diese zwei Ausstellungen verbrennen, war das für mich auch vorbei.

00:12:30: und dann bin ich zum Sam Francis nach Los Angeles gegangen weil mich einen Verlag gefragt hat kannst du nicht mal ein Buch über den machen?

00:12:38: Dann war ich da... ...und dann wurde das Kunstmuseum in Bonn eröffnet.

00:12:45: also ich war sozusagen in dem Kuratorischen Betrieb immer bevor überhaupt Museum an Start ging schon dabei Und da hab ich mich eigentlich für die Pressarbeit beworben, dann hat Mehme aber gesagt ... Da gibt's schon jemand.

00:12:59: Aber wir brauchen noch ne Kuratorin.

00:13:01: Hast du nicht dazu Lust?

00:13:03: Dann bin ich nach Wolfsburg gezogen!

00:13:05: Okay und hast auch da dich den Büchern vor allem gewidmet oder... Nein,

00:13:08: ich habe eine Ausstellung gemacht zum Beispiel mit dem Namjoon Pike oder mit Gilbert & George.

00:13:13: Aber es war immer mein Bestreben.

00:13:14: zu jeder Ausstellung wollte ich ein Buch machen weil das Buch bleibt.

00:13:18: Die Ausstellung wird nach zwei Monaten wieder abgebaut Das Buch bleibt.

00:13:23: Und damals auch interessant, wie viele Museen in der Zeit entstanden sind.

00:13:26: und da gab es aber durch Volkswagen natürlich noch richtig Geld oder?

00:13:29: Naja das war eine Stiftung also die Holler-Stiftung.

00:13:31: Die hatten die ersten Volkswagen versichert.

00:13:34: Das war jetzt kein direktes Geld von Volkswagen.

00:13:38: Das denkt man immer, aber so ist es nicht.

00:13:40: Die haben vielleicht mal was dazugeschossen, aber das war natürlich ne Zeit wo dieses Museum sehr gut darstand und natürlich in Wolfsburg... Gerade erst die Mauer gefallen.

00:13:54: Da gab's nicht so viel, das heißt man musste sehr viel reisen.

00:13:58: ich bin eigentlich jede Woche woanders hingereist um die Künstler zu treffen um Gespräche zu führen.

00:14:06: also das war eine sehr aufregende Zeit.

00:14:09: Und wann hast du dich voll und ganz den Büchern gewidmet?

00:14:12: War da Mitte dreißig.

00:14:13: dann dachte ich wenn ich jetzt noch mal ein Kind kriegen will da muss es mal bald passieren.

00:14:18: Und dann wurde mein Sohn geboren in Köln.

00:14:21: Dein erstes Kind, ja?

00:14:23: Ja

00:14:23: und ... Dann kam ich mit dem kleinen Kind ausm Krankenhaus und hatte einen handschriftlichen Brief von Benedikt Taschen im Briefkasten.

00:14:32: Mhm.

00:14:33: Und Benedik Taschen und ich, das muss man vielleicht dazu sagen, wir waren auf der gleichen Schule, in der gleichen Jahrgangsstufe.

00:14:42: Daher kannten wir uns nicht sehr viel miteinander zu tun glaub ich auch ein bisschen verfolgt, was ich so gemacht hab.

00:14:50: Und damals wollte der Taschenverlag eben einen Bereich aufbauen.

00:14:56: Auftragsproduktionen, Kataloge für Museen und da hat er gesagt ... Da kann ich dich gut gebrauchen!

00:15:03: Du bist viel rum gekommen du kennst die Museen, da kannst du mir helfen.

00:15:09: Ist ja interessant, er hatte den Verlag gegründet oder?

00:15:11: Er hatte den verlag geGründet.

00:15:13: also er hat sofort nach dem Abitur erst mal einen Geschäft aufgemacht für Comics und dann da später auch Kunstbücher verkauft, die möchte ich selber verlegen.

00:15:24: Und hat damit ja sehr viel erreicht weil er die Kunstbühler in größeren Auflagen gedruckt hat... billiger vertrieben worden, als es zuvor der Fall war.

00:15:34: Also er hat einen großen Markt für Kunstbücher geöffnet.

00:15:38: Ja und das ein bisschen revolutioniert eigentlich?

00:15:40: Ja total.

00:15:42: Interessant auch neben meinem Onkel oder in der Alberto Straße?

00:15:45: Der Comic-Laden war da in der Ecke ja und dann der Verlag war auf dem Hunz-Hollernring.

00:15:52: Ach und Kunst... Es war schon von Anfang an Kunst also so einmal nach Bücher über Picasso und so oder?

00:15:57: Ja es waren Kunst- und Kulturbüche Und da gab es aber auch einen Redakteur, das war der Burkhard Riemschneider.

00:16:05: Heute bekannt aus der Galerie Neu-Gariem-Schneider, einer der beiden Gründer und Teilhaber.

00:16:11: Der war auch bei uns auf der Schule gewesen, immer etwas jünger... Und der hat dort als Redakteur gearbeitet und der wollte gerne ein Buch machen über die Kunst der Achtziger und Neunziger Jahre.

00:16:23: Wer ist da bekannt geworden, groß geworden?

00:16:26: Marktgängig geworden?

00:16:27: und er hat gesagt ich möchte mit der Uter zusammen dieses Buch herausgeben...

00:16:31: Ah das war dann Art Now oder was?

00:16:33: Das war Art at the Turn of the Millennium.

00:16:35: Das erste

00:16:36: noch vor

00:16:37: Art Now.

00:16:38: Ja!

00:16:39: Das ist ehh neunundneunzig rausgekommen.

00:16:41: Ja habe ich inhaliert das Buch damals

00:16:43: Das waren ja Zeiten, da konnte man noch nicht alle Informationen aus dem Internet kriegen wie heute.

00:16:49: Sondern das fing gerade erst an.

00:16:51: Viele Leute wollten sich aber informieren wo kann ich denn welchen Künstler kaufen?

00:16:56: Wer hat eine Karriere gemacht, wer ist bekannt?

00:16:59: und da hat sich dieses Buch sehr durchgesetzt.

00:17:04: Wieso dafür bekannt, dass sie erst ein weltweiten Vertrieb hatten?

00:17:07: Das heißt das ist sofort auf Deutsch-Englisch-Französisch erschienen und dann im zweiten banisch-italienisch-portugiesisch.

00:17:15: Also da sind sehr viele Sprachen übersetzt worden Super Seller.

00:17:20: Ja, ja... Also das war vielleicht um das kurz einzuordnen so ein dickes Coffee Table Buch bisschen kleiner als A-Vier glaube ich ne?

00:17:27: Pro Künstler zwei Doppelseiten links ein großes Motiv rechts und total eingängiger Text der sozusagen kurz erklärt hat worum es der Position geht und dann nochmal umschlagen und dann eine Doppelseite mit vielen kleinen Motiven wo man fast ein bisschen wie in einer Kunstmessung mit Einzelständen wo man so ganz schnell verstanden hat wer ist es Wo kommt der die her, worum geht's?

00:17:50: Das sind die Bilder und dann die nächste Seite.

00:17:51: Und das war total eindrucksvoll

00:17:53: weil es vier Seiten für einen Künstler

00:17:55: Genau zwei Doppelseiten.

00:17:57: ja Ja und das Interessante War dass Es Dann eben ill of the best pain also Der Burkhard Hat Er Wahrscheinlich auch schon gut Da Seine Beute Positioniert.

00:18:04: Aber Ich war Ganz Stolz Damals Bei IrGend Einem Art Nau Weil er je behindern.

00:18:07: Dabei Als ich gerade Meine Galerie aufgemacht habe two tausend Zwei.

00:18:11: aber es war eben Junge Positionen vor allem, die man noch nicht so verbreitet in den Museenkanten waren.

00:18:20: Da publiziert Roger Pardo, Manfred Pernis aber auch hier weiß ich nicht Richard Prince, Elizabeth Payton und so weiter richtig?

00:18:27: Ja!

00:18:27: Und dann wahrscheinlich so hundert Künstler nur oder?

00:18:30: Nee es waren hundert sieben und dreißig.

00:18:33: Oder

00:18:34: hundert sieben dreizig genau Und dann war das ja eine ganze Reihe, ne?

00:18:37: Erst ging es los At The Turn of the Millennium.

00:18:39: Dann Art Now, eins zwei drei und so oder?

00:18:41: Ja, Art Now Eins.

00:18:42: Das haben der Bock hat nicht noch zusammen gemacht.

00:18:43: Art Now Zwei habe ich alleine gemacht... ...und Art Now Drei hat dann der Hans-Werner-Häusfahrt gemacht.

00:18:50: Okay!

00:18:51: Und dann hat's aufgehört?

00:18:52: Glaube

00:18:52: ja.

00:18:53: Ja.

00:18:53: Fäden hat sich dann irgendwann ein bisschen übernommen,

00:18:55: ne?!

00:18:56: Ja, der hat ein bisschen anderes System.

00:18:58: Aber die haben ähnliche Bücher gemacht.

00:19:00: das war damals der Richard Schläckmann.

00:19:02: da hat mich dann auch mal nach London eingeladen und gefragt will es nicht für uns arbeiten?

00:19:07: ist es nicht zugekommen?

00:19:09: Und als dieses Art of Millennium also ein großer Erfolg war da hat Benedikt mich angerufen hat gesagt du ich möchte einen Buch machen über Künstlerinnen.

00:19:19: Möchtest du das machen?

00:19:21: Weil er wollte, dass das einer seiner altgedienten Herausgeber macht.

00:19:26: Der hat dann aber gesagt ... Nee!

00:19:28: Das muss ja schon eine Frau machen.

00:19:30: Jetzt fragt mal die Grosennick.

00:19:33: Dann hab ich gesagt, Benedikt, wir schreiben das Jahr zweitausend und du willst die Frauen noch mal alle rausziehen und auf eine Seite stellen.

00:19:41: Wie reaktionär ist das denn?

00:19:44: Dafür bin ich nicht zu haben, das geht nicht.

00:19:49: Ja, und dann hab ich aufgelegt.

00:19:52: Dann hab ich gedacht, Mensch, da hat dir grad ein Job angeboten du hast ja eigentlich nix zu tun.

00:19:56: Und dann habe ich ihn angerufen und hab gesagt, pass mal auf, ich hab's mir überlegt, ich machs doch!

00:20:03: Was war das denn?

00:20:06: Binnig sagt erst mal, das heißt Female Artists.

00:20:09: Nee, das nennt man Women-Artists.

00:20:12: Also hieß das Buch auch.

00:20:15: Das war so ähnlich ... Die Künstleren hatten etwas mehr Seiten.

00:20:19: Also was sind die größten Künstlerin, zwanzigstes und einundzwanzigstes Jahrhundert?

00:20:25: Und das ist ein ähnlich großer Erfolg geworden.

00:20:27: also weil sich doch viele Frauen nochmal angucken wollten welche Frauen sind es eigentlich die's geschafft haben.

00:20:33: wie haben sie das geschafft?

00:20:35: Das war dann ein bisschen mehr biografisch

00:20:39: Interessant.

00:20:40: aber da ging es auch um die Karriere ja also wie die Frieda Kahlo und wie die dann erfolgreich geworden sind.

00:20:46: Es ging um die Karriere, es ging darum.

00:20:49: Kann eine Frau wenn sie Künstlerin ist eigentlich Kinder haben?

00:20:53: was passiert mit denen?

00:20:55: Wie kann sie sich gegen Männer durchsetzen?

00:20:58: also das gab ja damals schon die Kapital Kunstkompass.

00:21:02: da sah man eben oben waren erst mal alles Männer und bis dann mal Rosemarie Trockel oder so da auftauchten unter den hundert, da waren vielleicht zwanzig Frauen und der Rest war Männer.

00:21:18: Da hat man schon gesehen also die Strukturen sind da ziemlich verkrustet.

00:21:23: Hat gesehen wieviel Galeristinnen gibt es?

00:21:26: Wie viele Galeristen?

00:21:27: Wie viel Männer werden vertreten?

00:21:29: Also das sind ja alles Themen, die sich bis heute durchziehen.

00:21:33: Ja was ich so interessant finde ist dass es hier immer so Männerbündnisse wie konkret die sozusagen sich so vereinbart haben.

00:21:39: aber Rückblicken gab's eben Richter, Polke, Luke Kuttner also Luke wurde dann später Konrad Fischer aber dann eben auch Kippenberger Ölen, Büttener.

00:21:48: Also das lässt sich dann weiter.

00:21:49: Thomas Zips sehr gejensen Rehberger also unterschiedliche die waren jetzt vielleicht nicht so stark eine Gruppe Aber oder auch um den Dokupil Müllhammer Freiheit Auch alles sehr Männer dominiert leipziger

00:22:02: Leipzigerschule

00:22:03: auch alles Männer also an alten Mustern die reproduziert werden.

00:22:07: Ja, dass Männer lieber mit Männern zusammenarbeiten.

00:22:10: Ich glaube auch das kannst du besser beurteilen als ich Sammler kaufen wahrscheinlich auch lieber Männer, männliche Künstler als Frauen.

00:22:18: Es gibt natürlich Ausnahmen.

00:22:19: es gibt Sammlungen die sammeln nur Kunst von Frauen aber das ist sicher nicht ausgewogen.

00:22:25: Aber selbst heute sieht man es gar nicht so sehr, dass sich die Frauen da irgendwie organisieren Vielleicht ein bisschen, doch es gab in Berlin so eine Initiative die heißt Goldrausch.

00:22:33: Weil zum Beispiel... Es gibt einen super interessanten Aufsatz von der Isabel Graf, der heißt Die Ausnahme Frau oder Frauen über Trockel und Genskin Und ich weiß nicht ob die von Bonin auch vorkommt?

00:22:45: Die waren ja alle in einer Stadt

00:22:47: Ja, aber

00:22:50: waren totale Paralleluniversen.

00:22:52: Also sie war natürlich allen in einer Kunstszene Aber die haben ja nicht so Seilschaften gebildet.

00:22:58: Also dann hast du angefangen, einmal nach Bücher zu machen in den ... Wo sind wir jetzt?

00:23:03: In den Zweitausenden?

00:23:05: Ja!

00:23:05: Und hast dann wahrscheinlich bei Taschen viele, viele Bücher gemacht oder?

00:23:09: Nachdem die beiden ersten so gut angelaufen sind habe ich bei Tasch eine ganze Reihe gemacht.

00:23:13: Das hieß damals noch kleine Reihe.

00:23:15: da ging es um Kunstströmung des zwanzigsten Jahrhunderts.

00:23:21: das fing an Ähm ... Expressionismus, Vakubismus, Dadaismus.

00:23:27: Ich hab aber gesagt, ich bin mich interessiert, nur wenn ich das auch ins ein-zwanzig-jahrhundert bringen darf?

00:23:31: Also wirklich die New Media Art dazu.

00:23:35: Das sind dann insgesamt fünfzehn verschiedene Bücher geworden.

00:23:40: Ich habe jeweils einen Auto gesucht.

00:23:43: Ich war die Herausgeberin und die Bücher konnte man in viele Sprachen übersetzen.

00:23:48: Taschen hat sie damals für zehn Euro.

00:23:52: verkauft.

00:23:54: Sehr günstig konnte man sie informieren, war alles drin an Fotos.

00:23:58: Jeder kannte wie das gemacht wird und man musste eben die Bildrechte klären, muss die Bilder besorgen... Und das hat sehr viel Spaß gemacht!

00:24:06: Ich habe mir vom Benediktaschen gesagt auch ich will gar nicht so viel verdienen aber ich will überall hin reisen.

00:24:13: also da gibt es die Art Basel dann gibt's die Armory Show in New York Dann gab es die erste Kunstmesse in Los Angeles, in Miami und hat der Taschner gesagt, du musst die Leute kennenlernen.

00:24:27: ... dann fahr.

00:24:30: Das war ganz klar, dass man da nicht im Luxushotel schlief, sondern obwohl beim Freund auf einer Luftmatratze oder.

00:24:37: aber ich konnte reisen und hab die Flüge gekriegt bis bezahlt gekriegte.

00:24:41: Und so habe ich eigentlich die Leute eben aus der Kunst hier noch kennengelernt.

00:24:46: Und damals war das aber ein richtig großes Geschäft?

00:24:49: Oder also wie viele Bücher hat man da verkauft?

00:24:51: Fünfzigtausend Stück nicht so viel, oder?

00:24:53: Ja, also bei... Wie man Artist oder Artizuturn of the Millennium waren es deutlich mehr.

00:24:58: Wahnsinn,

00:24:59: okay!

00:24:59: Es war

00:25:00: im sechstelligen Bereich und da war auch keine Eins vorne.

00:25:04: Also das sind schon noch eben als diese ganzen Informationen noch nicht dem Internet gab.

00:25:08: ich glaube dass war wirklich wichtig also der Zeitpunkt zu dem die erschienen sind.

00:25:14: später konnte man das nicht mehr erreichen.

00:25:17: Das hat auch den Kunst Betrieb, glaub ich total verändert.

00:25:20: Also für mich war das ganz wichtig, weil ich bin ja im Umgebung dieser Kunst aufgewachsen.

00:25:24: Aber es hat eben ... dass in einer größeren Öffentlichkeit hingeöffnet und es war nicht so verklausulierende Texte zukunftsmäßig sondern es wurde irgendwie auf einer Seite kurz erklärt, worum geht's?

00:25:36: Im Werk von Manfred Pernis oder so.

00:25:39: So was man jetzt auch versteht.

00:25:40: Ja und später im Art Now wurden ja auch Preise genannt.

00:25:44: also da der ... Taschen gesagt.

00:25:46: so da werden wir jetzt auch preise dazu geschrieben haben die galleristen gesagt nö das geht doch die leute gar nichts an was das kostet.

00:25:53: also das sollte auch demokratisiert werden.

00:25:55: stimmt

00:25:55: stimmt ja bei mich hero statt dass dann daneben ich erinnere mich

00:26:00: und Das mussten wir eben auch erst mal durchsetzen dass der preise dabei standen aber das war ja auch ganz wichtig also auch zu zeigen Was kostet eine Arbeit?

00:26:09: Ja und das hat auch damals wirklich, dann fing es ja auch mit diesem Aufstieg an.

00:26:13: Vorher war der Kunstmarkt glaube ich gar nicht so breiten wirksam präsent aber die Zeit war dann irgendwann vorbei oder?

00:26:19: Die Zeit war durch das Internet vorbei, ja

00:26:23: Es ist ja interessant wie lang das nach also zwei tausend zwei gab's das internet ja schon.

00:26:27: Aber was ist interessant wie lange Ist dann doch braucht Bis ich so ein Medium, also ich habe da hier auch einen Podcast schon viel drüber gesprochen.

00:26:36: Als ich anfing... Ich weiß nicht, ob es erstmal auf der Art Basis mit dem richtigen Stand waren.

00:26:39: wir glaube ich im Jahr zwei tausend sieben oder so.

00:26:42: aber Da fing das an dass man vorher PDFs verschickte was man mitgebracht hat Aber bis das irgendwann so massiv überhand genommen hat dass man sozusagen die zweitritt viert und fünft hängung vorher auch schon zum Teil vor der Zinswende verkauft hatte und es eigentlich mehr darum ging, die Messe zu haben als Grund um Kunstwerke zu bekommen aus den Ateliers.

00:27:04: Und sie dann schon verkauft hat.

00:27:05: Als Anlass durch die Messer aber zum Teil gar nicht an Leute, die überhaupt zur Messe kamen, hat dann doch noch mal fast ein Jahrzehnt gebraucht bis das sich so durchgesetzt hat dass es fast die Mese ein bisschen obsolet macht.

00:27:18: wie siehst du das jetzt weiterentwickeln?

00:27:21: Also du machst immer noch Bücher, wir haben gerade dieses Heft zusammengemacht.

00:27:24: Aber wenn du jetzt quasi schaust wie sich das in den letzten Jahrzehnten verändert hat, wie siehst du die Zukunft da?

00:27:31: Ich bin ja kein Händler und früher war es so, dass man gesagt hat, man kann keinen Werk von einem PDF kaufen.

00:27:38: Man muss persönlich davor gestanden haben.

00:27:41: Das hat sich grundlegend geändert.

00:27:45: Vielleicht auch durch die Corona-Zeit, Datenleutezeit sich damit zu beschäftigen.

00:27:49: Sie konnten aber nicht dahin ... Das müsstest du mir bestätigen ob das so ist wie es weitergeht?

00:27:58: Ich glaub man muss es mal im Original gesehen haben.

00:28:01: ja also nicht das einzelne Werk Aber irgendwie die Position und dann ich nehme es mir immer wieder vor ist gesehen zu haben Und dann kaufen wir doch immer wieder Sachen hier und da die wir nicht gesehen haben und manchmal Ist es positiv überraschend und manchmal ist es negativ überraschant.

00:28:16: Aber eigentlich glaubt man, wenn man das Werk eines Künstlers an der Künstlerin im Breiteren kennt kann man auch einzelne Werke beurteilen.

00:28:24: aber wie glaubst du geht's denn mit dem Buch weiter?

00:28:27: Naja das Kunstbuch hat eine Nischenstellung.

00:28:30: Hatts schon lange ja.

00:28:31: Manche Leute haben eher ein Kunstwerk gekauft als ein Kunstbuch.

00:28:35: Aber die Künstler, die wollen ein Buch haben.

00:28:40: Die wollen etwas was man fühlen kann, was man riechen kann wo auch die Farben.

00:28:45: also wenn du einen PDF verschickst dann hat das Bild die Farbe die dein Monitor dir zeigt aber nicht unbedingt die Farbe, die der Künstler gemalt hat.

00:28:54: Das kannst du in einem Buch natürlich mit einem guten Druck und einer guten Bildbearbeitung ganz anders haben.

00:29:01: Da sieht das Bild so aus wie wir sehen es jetzt hier auch gerade bei dem Magazin von dem Armin.

00:29:05: Da haben wir mit einer Sonderfarbe gearbeitet, das ist das Rot von dem Bild.

00:29:09: Das siehst du auf keinen Bildschirm und das ist etwas was von den Künstlern eigentlich noch eingefordert wird und das natürlich toll.

00:29:18: Ja

00:29:18: erzähle doch mal vielleicht hier von der Arbeit an dem Heft mit dem Armin Büm.

00:29:21: also da sind glaube ich zwölf Essers drin.

00:29:24: Gestartet hat das Ganze mit Barzon Brock, der auch noch zu Gast ist hier.

00:29:29: Aber dann auch Jova Mangold, Lena und ich haben Vorwort geschrieben... Ja es gibt nicht wirklich eine Textbildschere aber es gibt eine Collagenreihe von Bildern von Armin Böhm, aber auch Memes- und gefundenen Materialien.

00:29:43: Was steckt im Heft?

00:29:44: Also der Initiator oder Ideengeber ist ja der Bason Brock.

00:29:49: Der hat den Armin ja hier bei dir, bei seiner Ausstellung kennengelernt.

00:29:53: War dann begeistert von den Bildern und hat diese Bilder Starkbildmalerei tituliert und hat gesagt der Armin Böhm steht also in einer Tradition des Berliner Expressionismus.

00:30:07: George Cross Otto Dix auch von der neuen Sachlichkeit also Christian Schad Und das musste man einfach mal aufarbeiten.

00:30:17: Er hat das Berliner Großstadt-Ikonografie getauft und der Armin hat es aufgegriffen und hat eigentlich für euch, für das Magazin zum ersten Mal digitale Collagen hergestellt.

00:30:37: die bestehen Teilweise aus diesen alten Bildern, aus dem Berliner Expressionismus.

00:30:43: Die bestehen aus Schnappschüssen, die der Armin irgendwo gemacht hat.

00:30:46: Die bestehen aus Logos von Firmen, die man kennt.

00:30:51: Die besteht aus Zeitungsausschnitten.

00:30:52: Der hat da ganz neue Arbeiten gesampelt und die sind zum ersten Mal in diesem Heft veröffentlicht.

00:31:00: Und das ist wirklich großartig, weil es den Armin zu einer neuen Werkreihe inspiriert hat.

00:31:07: Ihr habt ihm den Rahmen gegeben, habt gesagt das sind eigene Werke.

00:31:11: Da muss man was mitmachen und Armin hat sich an den Rechner gesetzt und hat das zusammengefügt.

00:31:18: Und wenn du dir das anguckst, du kannst ja stundenlang angucken weil da so viel drin ist, so viele Ideen also soviel Armin Böhm natürlich auch Ausschnitte aus Amiens eigenen Bildern aber mit ganz vielen anderen Assoziationen mit Versatzstücken und das hat es so noch nie gegeben.

00:31:35: Ja, es ist ein bisschen wie als würde man in so einen Kopf gucken oder in so einem Universum.

00:31:38: Und sind denn die Collagen koorangiert?

00:31:41: zu den Texten?

00:31:43: Was den Bason Brock betrifft... Also man muss sagen Es ist eben grandios dass der Bason Brock so viel zu dem Hef beigesteuert hat.

00:31:51: Basonbrock wird dieses Jahr neunzig und er schreibt eigentlich nicht mehr.

00:31:57: und wir haben das aber so gemacht.

00:31:58: Wir haben ihn ins Atelier eingeladen aufgezeichnet.

00:32:03: Was sagt er zu den Bildern?

00:32:05: Was sagt der überhaupt, also er schreibt ja dann auch sehr viel ab.

00:32:07: Dann haben wir das umgewandelt in Text und haben immer wieder abgehört und haben daraus eigentlich einen kleinen Essay, einen kleinen Text gemacht zu verschiedenen Themen.

00:32:20: Haben das dann wieder neben Bason Brock zurückgeschickt.

00:32:23: Er hat sich mit seinem Assistenten hingesetzt.

00:32:25: Die haben es durchgelesen.

00:32:26: Wir haben das noch mal verbessert.

00:32:28: Und so sind diese Texte entstanden.

00:32:31: Das ist schon an und für sich toll.

00:32:34: Und dann hat der Armin Böhm gesagt, ich will aber auch noch Leute zu denen ich ein Bezug habe.

00:32:39: Also Martina Kix vom Spiegel Ingrid Pfeiffer ist eine herausragende Kuratorin an der Schirren.

00:32:47: Len Farki ist ein bekannter DJ also Leute aus ganz unterschiedlichen Kontexten die wir angesprochen haben.

00:32:53: Wolfgang Ulrich, Kunsthistoriker langjähriger Wegbegleiter Und die haben wir gebeten, kannst du nicht was dazu schreiben?

00:33:03: und die haben dann mehr oder weniger längere oder kürzere Texte beigesteuert.

00:33:14: Ja vielleicht ein ganz kurzen Exkurs wie so eine Kalkulation von einem Buch aussieht.

00:33:19: also Wir haben ja auch einen Buchladen hier bei uns in der Galerie Und beziehen, kaufen die Bücher bei Verlagen in der Regel zwischen dreißig und fünfzig Prozent günstiger.

00:33:30: Und müssen darauf dann nochmal natürlich die Transportkosten zahlen und kaufen aber nicht auf Kommission.

00:33:37: Also das heißt wir kaufen die bücher fix ab.

00:33:40: Das ist ja üblich so oder?

00:33:42: Das machen alle Buchläden.

00:33:44: Der Buchhandel kauft es auch ab.

00:33:46: Die Marge ist unterschiedlich zwischen.

00:33:52: Also jemand wie Amazon kriegt ein bisschen mehr.

00:33:54: Kleiner Buchhandel kriegt vielleicht ein bisschen weniger, was es aber im Buchhandeln gibt und das ist wirklich einzigartig.

00:34:01: Ist das remissionsrecht?

00:34:03: Das heißt du bestellst fünf Bücher und verkaufst aber nur drei.

00:34:06: dann kannst du nach dem halben Jahr sagen auch die liegen hierherum.

00:34:10: Die gebe ich mal zurück und dann kriegst du auch das Geld wieder.

00:34:14: Aber die müssen natürlich tadellos sein und du musst dich um die Transportkosten kümmern.

00:34:18: Ja, du musst dir zurück schicken.

00:34:19: Aber das ist natürlich für einen Verlag, wenn der auf einmal tausende von Büchern aus dem Buchhandel zurückkriegt und muss die dann alle wieder refinanzieren oder das Geld zurückzahlen?

00:34:31: Das ist nicht ohne!

00:34:33: Und hier gibt es als verbrieftes Recht

00:34:36: ... Du kaufst also im Buchhandeln, wenn du ein Buch laden hast ja... Ist das Risiko los für dich, die Bücher zu bestellen?

00:34:45: Wenn du als Privatperson oder als Galerie jemand ... Das kommt natürlich drauf an.

00:34:50: Was du aushandelst bei dem Kauf.

00:34:52: Häufig sind Bücher ja teurer in der Produktion, als sie dann letztendlich verkauft werden.

00:34:58: Ja.

00:34:59: Fast immer, oder?

00:35:01: Fast immer.

00:35:01: Also wenn man sich doch mal vor Augen hält was so ein Bildband, der in vier Farben noch mehr gedruckt ist was da alles drinsteckt.

00:35:15: Du hast Autorenkosten, du hast Lektoratskosten ... Es gibt einen Satz.

00:35:22: Dann gibt es den Künstler das Werk hat fotografiert.

00:35:27: Das kennst du auch?

00:35:28: Mhm.

00:35:29: Dann gibts eine Bildbearbeitung und dann geht's in den Druck.

00:35:35: Der natürlich auch noch mal Geld kostet.

00:35:37: Dann gehen die Seiten zum Buchbinder, das klassische.

00:35:41: Tolle ist die Fadenheftung.

00:35:42: Manchmal hat es sogar noch einen Leinenumschlag, das kommt da drum.

00:35:47: und wenn man diese ganzen Kosten ... Also ich sag immer die Softenkosten sind vor der Produktion.

00:35:54: Texteübersetzung, die grafische Gestaltung, die Bildbearbeitung, derjenige, der's malt, der kriegt vielleicht auch noch ein Honorar.

00:36:05: Und dann gehts in die Produktion also in den Druck und ins Buch binden.

00:36:11: Das sind dann sozusagen die harten Kosten.

00:36:15: Und das alles so zu sagen addiert, ergibt einen Preis.

00:36:19: aber der Buchhandel braucht ja eine Marge eben von mindestens weiß nicht dreißig Prozent.

00:36:24: Ja, wahrscheinlich ist es noch mehr.

00:36:27: Und sind Bücher beierst seitdem die Papierkosten so hoch sind?

00:36:30: So pensioniert oder schon immer?

00:36:31: Nein also du musst da immer achten... Die Kunstbücher haben meistens kleine Auflagen.

00:36:37: Vielleicht hast du tausend, vielleicht auch nur acht hundert.

00:36:40: Dafür wird das alles gemacht.

00:36:43: und diese Entstehungskosten die Texte die Übersetzung Die Grafik ist ja Das gleiche egal ob du nachher fünf Hundert druckst oder fünftausend oder Fünfzigtausend.

00:36:55: Und auch wenn die Maschine das einstellen Wenn die einmal läuft da musst Du noch Papier nach schieben.

00:37:01: und wenn er sagt so wie Taschen, das auch gemacht hat.

00:37:03: Ich drucke direkt eine hohe Auflage in der ersten Auflage dann und kann das verkaufen?

00:37:10: Dann wird das Buch natürlich günstiger.

00:37:12: also je mehr du druckst umso günstig wird das einzelne exemplar.

00:37:16: Das muss man berücksichtigen

00:37:18: wobei trotzdem die papierkosten damals viel viel niedriger waren als heute.

00:37:21: Die sind ja extrem hoch gegangen.

00:37:23: Ja

00:37:23: dass kommt noch dazu.

00:37:25: und woran liegt das

00:37:26: Papiers?

00:37:26: naturmaterial steht immer noch teilweise aus holz.

00:37:30: das wird verarbeitet.

00:37:32: Es wird nicht mehr so viel Papier hergestellt.

00:37:36: Die Fabriken werden weniger, es gibt weniger Konkurrenz.

00:37:40: Der Prozess braucht auch Wasser ist aufwendiger dort wie viel Holz.

00:37:46: In Skandinavien wird viel Papiere produziert.

00:37:49: Das muss dann transportiert werden?

00:37:52: Also das

00:37:52: fließt alles da rein ... Alles in Flation und so weiter.

00:37:55: Du hast nach deiner Zeit bei Taschen auch einen eigenen Verlag gegründet.

00:37:59: Ich

00:37:59: bin dann mit dem chinesischen Kunstmarkt in Berührung gekommen, der fing damals eben auch nach den Sturm auf den Tiananmen-Platz.

00:38:09: Es wurden sehr viele zeitgenössische chinesische Künstler bekannt und ich bin eingeladen worden nach Peking und nach Shanghai und habe mir das dort angeguckt und wollte ein Buch darüber machen Und hab das dem Benediktaschen auch vorgeschlagen, aber er wollte es nicht.

00:38:30: Ich wollte das Buch unbedingt machen und in dem Moment gab's bei den alteingesessenen Duemont-Verlag der auch in Köln ansässig ist ein Verlegerwechsel und ihr wollten ihre Kunstbuch-, Programmleitung auch erneuern.

00:38:46: Da wurde ich gefragt und bin dann zum Duemonsverlag gegangen Und hatte auch schon dieses Buch sozusagen im Gepäck.

00:38:55: Und hab dann durch einen glücklichen Umstand, also einen Sammler kennengelernt der junge schnäsische Kunst gesammelt hat und er hat dieses Buch finanziert.

00:39:06: Das ist diese Scheiner Artbook und das haben wir bei DuMont gemacht.

00:39:10: Ich habe dann bei DuMon noch weitere Bücher gemacht.

00:39:12: Also ich bin drei Jahre dort gewesen ... Und dann hab ich ein Buch gemacht mit dem Erwin Wurm, den du ja vertrittst.

00:39:19: Das mit der Gurke, das

00:39:21: kennste ihr?

00:39:22: Mit dem Relief...

00:39:23: Da müsst ihr ja wahnsinnig viele von gemacht haben, ne?

00:39:25: Weil wir verkaufen und verkaufen ... Na

00:39:27: wirst doch gut!

00:39:28: Wenn es immer noch läuft, dann ist auch gut, dass noch welche dach

00:39:30: sind.

00:39:31: Ist ja nicht mehr teuer,

00:39:32: ne?!

00:39:32: Es ist auch noch ein interessantes Phänomen beim Onkel heißtes Büchermarkt.

00:39:36: Man nennt es auch Ramsch.

00:39:38: Wie hast du da einen Verhältnis dazu?

00:39:39: Naja als Verlag oder besonders als Künstler hast du das natürlich nicht gerne.

00:39:43: Das heißt Bücher haben ja in Deutschland auch noch eine Buchpreisbindung, also diesen Buch muss überall zum gleichen Preis verkauft werden im Laden, in der Galerie ... Ja?

00:39:54: Halbes Jahr lang, oder wie lange?

00:39:55: Nein, dass es so lange bis die Buchpreiskindung aufgehoben

00:39:58: wird

00:39:59: und dann da muss der Künstlär eigentlich auch damit einverstanden sein.

00:40:05: Dann kannst du's ramschen, wie du es nennst.

00:40:08: Büchermarkt

00:40:08: hab ich gesagt?

00:40:09: Genau!

00:40:10: Dann verkaufs' das für ein Euro und dann im Büchemark ist... Oder fünf.

00:40:13: ne?

00:40:14: Der Verlag

00:40:15: verkauft zehn Euro.

00:40:16: Und dann geht's dann für zehn oder fifteen

00:40:20: raus.

00:40:20: Ja.

00:40:24: Ich dachte, dass wir irgendwie zeitlich gebunden sind.

00:40:25: Während der Ausstellung darf man's auch günstiger verkaufen.

00:40:28: Also die Institutionen, die aus schlimm gemacht hat, darf's günstig verkauken.

00:40:32: Alles sehr reguliert.

00:40:33: Geschützt.

00:40:34: Ist das aufrecht zu erhalten?

00:40:36: Weil Amazon hält sich da jetzt zum Beispiel nicht dran,

00:40:38: ne?

00:40:38: Ja.

00:40:38: Amazon hält es ja nicht dran.

00:40:40: oder wenn du ein Buch in Großbritannien stellst oder wo es ihm keine Buchpreisbindung gibt dann äh ja musst du das theoretisch zoll bezahlen aber das lässt dich nicht aufrechterhalten.

00:40:51: also durch diese globalen Märkte wird das natürlich aufgeweicht.

00:40:55: Interessant ok.

00:40:56: und danach Duement hast du Distanz gegründet?

00:40:59: Nein hab dann, ich hab hier gerade angefangen mit dem Erwin Wohrenbuch.

00:41:02: Da hab' ich den Christian Boros, den kannte ich natürlich schon aus der reinischen Kunstszene.

00:41:06: aber da haben wir zum ersten Mal zusammengearbeitet.

00:41:09: weil für dieses Erwin-Wohrenbuch hat die Firma Boros damals im Wuppertal eben das Layout gemacht

00:41:16: und er hat ihr lustigerweise auch beim Barzornbrock studiert ne?

00:41:19: Genau!

00:41:19: Der ist ja wegen Barzenbrock überhaupt nach Wupperteil gegangen weil er so fasziniert von ihm war und da soll ein Wuppertaal ansässig wurde.

00:41:27: Darüber haben wir uns kennengelernt.

00:41:29: Und bei Dumont ging das mit den Kunstbüchern nicht mehr so gut, da gab es eben auch wieder einen Verlegerwechsel von jemanden der auf die Kunstbühner nicht so großen Wert gelegt hat.

00:41:40: und da hat der Christian Boros zu mir gesagt, wollen wir nicht einen eigenen Verlag aufmachen?

00:41:45: Ja dann habe ich gedacht er ist ja lustig!

00:41:49: Dann hat er gesagt aber du bist dann keine Angestellte sondern du wirst Partnerin.

00:41:54: wenn wer pleite gehen geh mal zusammen pleite.

00:41:57: und er hat gesagt, ich hab einen Pumpwerk gekauft in Berlin.

00:42:01: Und ich beabsichtige ... wenn das fertig ist von der Renovierung, kann nach Berlin zu gehen.

00:42:08: Wir wären dann in Berlin ansässig.

00:42:10: Ich wollte immer schon nach Berlin, also nachdem die Kunstszene in Berlin war, fand ich ... Berlin fand's schon immer toll.

00:42:18: Das war ein weiterer Grund aber ich wollte nicht hier im Café sitzen oder einen Kaffee trinken.

00:42:21: Dann brauchte auch den Job in Berlin.

00:42:27: Das war wann?

00:42:28: Zwei-tausend zwölf oder so, ne.

00:42:30: Zwei tausend zehn haben wir gegründet.

00:42:33: da war das Pumpwerk noch nicht fertig also habe ich noch eine Zeit lang in Wuppertal gearbeitet genau und zwei Tausend Zwölf sind wir dann eingezogen.

00:42:41: Ach für die Hörerinnen und Hörern die es interessiert sehr gute Folge.

00:42:45: viele folgen weiter zurück ist eine Aufnahme mit Christian und Karen Borrus über die Entstehung der Sammlungen und des Bunkers usw.

00:42:53: Und dann hast du das wie lange gemacht.

00:42:55: Distanz

00:42:55: Neun Jahre bis zum Jahr zwei Tausend neunzehnt.

00:42:58: Ja ... Und dann hab ich gedacht, ich habe jetzt hier alles erreicht.

00:43:02: Das ist keine Herausforderung mehr und hatte eine neue Herausforderung einen anderen Verlag zu reanimieren, neu aufzubauen.

00:43:09: Das war eben die alte Edition Kanz.

00:43:12: Die Mutter von Hatje Kanz, die wir aber in Dr.

00:43:15: Kansche Verlagsgesellschaft kurz DCV umbenannt haben.

00:43:21: Und das hab ich dann gemacht.

00:43:23: Mhm!

00:43:24: Und jetzt arbeitest du frei als Buchproduzentin, richtig?

00:43:28: Ich mache bei zwei großen Buchprojekten die Leitung.

00:43:33: Ich arbeite aber auch mit Künstlern zusammen also mit dem Armin Böhmen ist ja schon lange verbunden.

00:43:40: Also immer wenn der was macht dann ruft er mich an.

00:43:43: ich arbeite dabei auch seit anderthalb Jahren mit dem Düsseldorfer Bildhauer Felix Schramm zusammen.

00:43:50: da geht es auch ein bisschen darum Wo kann er seine Werke installieren, wem kann man die vorschlagen?

00:43:57: Also das ist auch eine ganz tolle Zusammenarbeit.

00:44:00: Ich bin dann oft in Düsseldorf bei ihm im Atelier.

00:44:03: also sowas mache ich auch gerne.

00:44:05: Ich übersetze aus dem Englischen ins Deutsche.

00:44:09: Da kriege ich hin und wieder Aufträge, manchmal mache ich auch ein Elektorad.

00:44:13: das macht jetzt für einen Düsseldorfer Künstlerin also unterschiedliche Dinge aber meistens haben die mit Publikationen oder Büchern zu tun.

00:44:21: Und die beiden Buchprojekte kannst du darüber sprechen wie du machst?

00:44:25: In dem einen geht es um Künstlerateliers Und in dem zweiten, das ist jemand da eine große Sammlung von Parfumflakons.

00:44:35: Die aber bis also ins alte Rom zurückdatieren und der möchte einen sehr opulenten Band machen im weitesten Sinne zum Thema Duft.

00:44:46: Da geht es aber auch um die sociologische Einordnung.

00:44:49: was bedeutet Duft oder Parfin?

00:44:53: Vor dreitausend Jahren?

00:44:55: was ist es heute, was definiert man da drüber?

00:44:57: Also das geht sehr weit in Kulturgeschichte und in Soziologie.

00:45:03: Ja tolles Projekt unterarbeitest du dann auch sozusagen recherchierend mit?

00:45:07: Ja oder also ich spreche die ganzen Autoren an und bin wahnsinnig stolz, dass ich Richard Sennet gewonnen habe.

00:45:12: Dass der da drüben dazu einen Text schreibt mit einigen bin noch im Gespräch aber das wird eben ganz internationales Buch weil großen Märkte für duften Parfons sind in Frankreich und in Italien.

00:45:25: Das heißt Buch wird auch gar nicht auf Deutschlands erscheinen.

00:45:29: Also das macht wahnsinnigen Spaß.

00:45:34: Ich kenne mich in dem Gebiet ja gar nicht so aus wie einer zeitgenössischen Kunst.

00:45:37: Fühl mich da immer ein bisschen fremd, aber es hat drei Herausgeber also einen Parfumör den Besitzer der Sammlung und auch mit dem Grafiker, der auch sehr bewandert ist in dieser Szene und selber eine eigene Performake gehabt hat.

00:45:52: und ich komme da so artfremmt rein.

00:45:54: und das finden die aber gerade toll weil ich dadurch andere Fragen stelle oder auch andere Connections habe und funktioniert eigentlich ganz gut.

00:46:03: Ist für mich aber auch, ich lerne sehr viel dazu was natürlich toll ist.

00:46:08: Super Uta!

00:46:09: Vielen vielen Dank dass du uns mitgenommen hast auf die große Korotoren- und Büchermacherreise Und vielen dank auch für das tolle Heft Was wir hier zum Galeriewochenende präsentieren am

00:46:21: ersten

00:46:21: Mai.

00:46:21: Wie

00:46:21: gesagt, das Heft ist ganz toll geworden.

00:46:23: Ich hab's ja hier gerade vor mir bin wahnsinnig glücklich, dass wir es geschafft haben

00:46:28: Und natürlich zu erhalten bei uns im Online-Shop KönigGalerie.com und wir haben gemacht.

00:46:32: wieviel Tausende Exemplare, ne?

00:46:34: Ja!

00:46:34: Super, dank dir Uta!

00:46:36: Gerne!

00:46:37: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:46:38: wenn euch die Folge gefallen hat dann lasst doch gerne fünf Sterne da wie man so sagt und wenn ihr Themenvorschläge habt dann gern in den Kommentaren worüber wir reden sollen, wen wir mal einladen sollen freue ich mich über Feedback in den kommentaren oder auch an infoatköniggalerie.com.

00:46:57: Was mit Kunst?

00:46:59: Ein Podcast

00:46:59: von

00:47:00: und mit Johann König.

Über diesen Podcast

In “Was mit Kunst” lichtet Johann König den Schleier der exklusiven Kunstwelt, indem er Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstsammler*innen interviewt. Die Gäste sprechen über ihren Werdegang, ihre Werke und reflektieren über die Entscheidungen, die sie in ihrer Karriere getroffen haben, wie sie Hindernisse überwunden und sich von Zuschreibungen freigemacht haben. Ein einmaliger Zugang zu prägenden Akteur*innen der Kunstszene.

Folgt Johann König auf seinen Social-Media-Kanälen:
Instagram: https://www.instagram.com/johann.koenig/
Facebook: https://www.facebook.com/johannkoenigberlin/
LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/johann-k%C3%B6nig-39b895128/
X: https://x.com/johannkoenig

Bei Fragen, Anregungen oder Wünschen für neue Folgen wendet euch gerne via Mail an: info@koeniggalerie.com

Coverbild: © Lukas Gansterer

von und mit Podimo Podcast App

Abonnieren

Follow us