Was mit Kunst - Ein Podcast von und mit Johann König | Podimo

Was mit Kunst - Ein Podcast von und mit Johann König | Podimo

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00:00:01: Denn du dich betrachtest als jemand, der gar nicht mit Bilder handelt.

00:00:04: Sondern der versucht die Bilder aus der Kommunikationsphäre des Marktes rauszuziehen und sie jenseits des Preises, jenseit des Markts zu tun, Kunst jenseites des Marktes, Kunst ohne Markt!

00:00:18: Dann ergibt sich die Frage welche Kriterien oder Unterscheidungen ergeben sich dann?

00:00:23: Wie unterscheidet man dann Wichtiges von Unwichtiges, Kostbares von Wennerkostbarem Gelungens von Ungelungen?

00:00:29: Was mit Kunst?

00:00:30: Ein Podcast

00:00:31: von

00:00:32: und mit Johann König.

00:00:33: Heute zu Gast der Philosoph Barzon

00:00:37: Brock!

00:00:37: Hallo, Barzone!

00:00:39: Barzons du bist Initiator-Herausgeber unseres neuesten Cart Blanche Einzelkünstler König Heft Magazins Von und Mit Barzón Brock und Armin Böhm also eine Bildcollage von Armin Bohm Texten von dir und anderen Texten.

00:00:58: Und du hast dir ein Titel überlegt?

00:00:59: Starkbildmalerei.

00:01:01: Starkbild-Malerei, was ist das?

00:01:04: Das geht zurück auf starkdeutsch Bildung die in den siebzehrachtzerneunzeljahren von einem Berliner Voroutort betrieben wurde.

00:01:17: Das geht zu rück auf Thomas Manns Meister Roman über das Künstler sein, nämlich Dr.

00:01:24: Faustus.

00:01:25: und da wird geschildert wie in Halle Professorin ihrer Klientel damals im Wesentlichen Theologen und Philosophen in einem Deutsch konfrontieren dass sie glaubten das deutsch der Lutherzeit zu sein.

00:01:43: ein ganz starkes plastisches sprechen ohne Vorbehalte ohne Winkelzüge ohne Ablenkungsraffinisten.

00:01:52: Das ging wirklich auf die Sache, so wie Luther gesprochen hat mit anderen Worten.

00:01:58: Deutlich

00:01:59: und drastisch!

00:02:00: Und die Frage war, wie konnte jemand, wer bedeutet wie Luther sozusagen bäurig drastische Sprach?

00:02:07: ausgerechnet die höchst zislierte Gedankenakrobatik der Theologie beeinflussen.

00:02:12: Und das ist die Frage nach dem stark Deutsch gewesen, dass die Künstler hier in den Sechs, Siebzehr, Achtzer, Neunzer Jahren wieder aufnahmen und es aber nur literarisch machten.

00:02:30: An wen denkst du da?

00:02:30: an die Kündler, die das sprachlich getan haben?

00:02:33: In den Siebziger-, Achtziger-Neunzigern?

00:02:35: Das ist eine ganze Reihe von heute eigentlich nicht mehr bekannten Künstlern, die auch ein wenig diskreditiert wurden.

00:02:48: Darauf muss man jetzt nicht einsehen, dass wir ja zum Teil peinlich.

00:02:52: Aber ihre Grundintention war richtig.

00:02:55: Nämlich die Frage wie das drastische Sprechen.

00:02:59: sechzehr Jahre, wo man nicht von Liebe sondern vom Fickensprach, wie das ausgerechnet effiziente, fein zitulierte Liebesphilosophie beeinträchtigen Konditionen bei Luther.

00:03:13: Stimmen in dieses Slogans wie wer zweimal mit derselben Pankhirt zum Establishment gehört?

00:03:19: Das war natürlich die Selbstpersiflage!

00:03:21: Aber das

00:03:21: ist doch nachträglich zugeschriebener Kram

00:03:24: oder?!

00:03:25: Das glaube ich nicht... Ich habe es von Augstein in nineteenhundertsechzig gehört zum ersten Mal Also in Augstein, nicht von einem Künstler.

00:03:33: Ja ja ja

00:03:34: vom ... Das

00:03:35: war so ein Spiegel.

00:03:36: Umlaufende Redewendung mit der man sich amüsierte.

00:03:41: Meine Mutter kannte das auch ne?

00:03:43: Die war ja Teil dieser Szene und hat mit den ganzen RF-Leuten zusammen gewohnt und meinte immer dass sei ein bisschen postnachträglich zugeschriebene Verklärung.

00:03:53: Nein, nein!

00:03:54: Und der Szene ging es noch viel lebhaft dazu.

00:03:57: Das war

00:03:57: wirklich die Kernfrage.

00:03:59: Also

00:03:59: stark Bildmalerei

00:04:01: oder stark Wort- oder stark Bildausdruck?

00:04:03: Und wie kann ausgerechnet in die hoch entwickelte Theorie der Philosophen, der Theologen, der Mathematiker, der Soziologen und der Britulung... Wie kann ausgerichtet da ein Entwicklungsschub durch Platytüden, durch direkte bäurische Ausdrucksweise sozusagen durch ländlichen Gestus eingeführt werden?

00:04:23: Die Hochgeistige Akrobatik wurde plötzlich befördert und vorangeschoben durch handfeste Derbheiten der alltagserfahrenen Menschen.

00:04:33: Okay, okay wir haben jetzt dieses Heft hier vorliegen und da sind ja Text-Kollagen drin.

00:04:37: aber visuelle Kollagen auch die zurückgreifen auf Grosch Schad.

00:04:43: das war ja auch durch dich inspiriert weil es ging dir darum nicht die Karikatur aber um das Groteske der Weimar Republik oder was?

00:04:51: Es wirkt

00:04:51: grotesk!

00:04:52: Weil man eben nicht gewohnt ist Gott oder die Wahrheit und Eheigkeit so anzusprechen, wie es ein handfester Arbeiter machen würde.

00:05:02: Der drückt sich ja nicht aus wie ein Philosoph über das wahre Gute und Schöne.

00:05:07: Und die Frage war dann eben ob nicht gerade die Beförderung dieser philosophischen theologischen Theorien durch dass stark Deutsch also durch die bäurische Arbeiterausdrucksdynamik befördert wurden.

00:05:21: Damals ging es darum die Arbeiter Einfluss nehmen konnten auf das politische Geschehen und zwar im Wesentlichen durch ihre Haltung, durch ihr Attitüden, durch ihre Sprechweise.

00:05:33: Und diese Sprechenweise erlernten viele Leute wie auch Dutzschke &

00:05:36: Co.,

00:05:37: indem sie Taxifahren oder in der Fabrik gearbeitet haben – ich selber habe in einer Papierfabrik in Glückstadt gearbeitet.

00:05:44: Man glaubte eine Basis, eine Stasis in der Archäe, also wie bei Architektur ein Unterbau zu gewinnen, wenn man das Ganze nicht gründete auf der Gedankenakrobatik von Professoren sondern auf der Lebensnotwendigkeit von Alltagsmenschen.

00:06:05: Der Umbau der

00:06:06: Philosophie auf die Ebene des Ausdrucks von Lebensnotwendigkeit.

00:06:10: Aber das würde man sicher von vielen MinisterInnen und Bundestagsabgeordneten wünschen, dass sie mal ein bisschen Praxiserfahrung machen oder?

00:06:19: Ja!

00:06:19: Nicht nur die Erfahrung, sondern die Ausdrucksformen.

00:06:22: Und dann aber wirklich nicht nur als Kamouflage, nicht nur der Decooperationen.

00:06:27: Nicht nur als Vorspielen von Volksnähe oder sowas sondern tatsächlich auf der Ebene.

00:06:33: Du musst dir vorstellen die Generation unserer älteren Brüder waren nach dem Dritten Reich.

00:06:41: ich nehme nun mal Ernst Brücher als ein Beispiel.

00:06:43: Das ist das?

00:06:43: Das ist der Gründer der literarisch hochwertigen Publikistik im Blumenverlach.

00:06:49: Okay

00:06:50: und der ging dann als Bergwerksarbeiter, also in die vielste Anstrengungsleistung nicht nur aus Syne gegenüber den Nazitätigkeiten in Belgien und Holland sondern weil er wirklich glaubte eine existenzielle Grunderfahrung kann man nicht in der Universität machen soll nur im Alltagsleben.

00:07:17: Deswegen nannten wir das Ästhetik in der Alltagswelt und nicht ästhetisch in der Kunstwelt, sondern irgendwelchen überhochmetzten Vorstellungen.

00:07:25: Und er

00:07:25: ging dann unter Tage oder was?

00:07:27: Er ging unter Tagen und wurde Bergmann als es war sozusagen... Aber

00:07:30: nicht nur Bergmann auf Zeit?

00:07:32: Nein, nein!

00:07:32: Er wurde Bergman auf Zeit, dann hat man...

00:07:35: Um Erfahrung zu sammeln?

00:07:36: Nein.

00:07:36: Dann hat man ihm gesagt, wenn du das Weißer machst bist du in drei Monaten tot also raus.

00:07:40: Und dann hat er wieder gepoliziert.

00:07:42: Dann hat er sich normalerweise ins Kölner Getümmel wieder eingeschlichen, hat aber dieselbe Arbeit für seine Künstler das Autoren gemacht.

00:07:51: Hatte da die Kunstbuch rein begründet und die sehr groere Wirksamkeit des Dümer verlacht.

00:07:56: Aber du sagst ja, dass die Tätigkeit und Erfahrung was mit der Sprache macht?

00:07:59: Ja!

00:08:00: Okay und beim Armin ...

00:08:01: Bei Armin ist es genau so... Er arbeitet nicht aus der kunstgeschichtlichen Raffinesse kennehafteren Umgangs mit der Malerei in den letzten hundert Jahre, sondern erarbeiteter Malerei als Ausdrucksform.

00:08:21: Alltäglicher Verständigung über Phänomene die man nicht mehr in Wortbegriffen fassen kann, sondern nur auf die man zeigen kann darauf hinzeigen deuten kann und das Verfahren des zeigenden Vorführungs des deutenden Beispielhaft demonstrieren ist eben die Bildkommunikation.

00:08:46: Inzwischen ist aber, anders als es bis etwa der Fall war, die bildsprachliche Kommunikation, der wortsprachlichen Haushoch rein quantitativ überlegen.

00:09:00: Das heißt, es gibt gar keine Basis mehr für den Rückgriff auf die wortssprachlige Verständigung.

00:09:09: Im Alltagsleben herrscht die Bildsprache vor.

00:09:12: Wortsprachlich hat man seit hundertfünfzig Jahren in der Schulpflicht gelernt lesen und schreiben als Grundtendenz, aber hat nie gelernt mit Bilder zu kommunizieren.

00:09:22: Interessant!

00:09:22: Und

00:09:22: bei Bilder zu kompensieren heißt das ja nicht auf verstehen orientiert zu sein sondern auf Kommunikation.

00:09:30: Das heißt die moderne Entwicklung seit Darwin's Zeiten Technologieentwicklung, Evolution usw.. heißt Alles arbeiten unsererseits, kann nicht mehr darauf ausgerichtet sein zu verstehen wie es der Welt zugeht.

00:09:44: Sondern befähig zu sein ohne Verstehen zu kommunizieren.

00:09:48: Man macht alles was man tut Autofahren Beispiel Licht anschalten ja ohne zu verstehen was Elektronenfluss ist oder Automotor.

00:09:56: Klar alle Leute bedienen sich der gestalteten Dinge.

00:10:00: Ja Prêta pensée prêta preté Traveille oder was auch immer.

00:10:05: Fertig zum, ohne jedes Verstehen.

00:10:08: Das heißt das neue Verfahren gegenüber der alten Bildungsidee war nicht.

00:10:13: erst sieht man etwas dann analysiert man das Dann kommt man der Sache auf den Grund und dann erkennt man die allgemeinen Regeln Und dann erlernt man praktisch die Art damit umzugehen und neue Ausdrucksformen zu entwickeln.

00:10:25: nein umgekehrt Man wurde reingeschmissen in die Alterskommunikation der Massenmedien, so hieß das dann ab den dreißigern Jahren.

00:10:33: In die Massen-Medien und die waren im Wesentlichen bildsprachlich dominiert ab neunzehntsechzig.

00:10:39: Und jetzt mussten die Leute Bild sprachlich.

00:10:42: Warenpropaganda war wesentliche bilsprachlich geworden Fernsehwerbung zum Beispiel.

00:10:49: Aber keiner hatte es je gelernt wie man mit Bildern kommuniziert.

00:10:52: Es gab also weder Kommunikation noch verstehen.

00:10:56: Also war jetzt die Entscheidung, was lern ich jetzt?

00:10:59: Wenn ich mich in den Bilder kann und einklinke.

00:11:02: Lern dich zu kommunizieren oder zu verstehen?

00:11:04: Die Wissenschaftler arbeiten mit Bildern um zu verstehen.

00:11:09: Die Kommunikationsebene der Künstler, der Werbepropaganda, der Warenpropagandar arbeitet damit um Kommunikations- als Verfahrensform, als Lebensform.

00:11:20: Ja, Lebensform heißt sich in der Welt bewegen ohne etwas zu verstehen zu müssen.

00:11:26: Und das Tolle ist, die Leute überleben alle heute sehr viel besser und mehr.

00:11:31: Ohne von der Welt etwas zu verstehen als die Leute, die zweitausend Jahre lang versucht haben, theologischen philosophisch die Welt zu verstehen ohne kompensieren zu können.

00:11:42: Das heißt, die klassische Bildung führte zum Weg des Verstehens ohne die Befähigung in der Welt sich überhaupten.

00:11:49: Die Moderne heißt kommunizieren, in der Welt sich behaupten sowohl Enrichewu sowie Erweiterung der Handlungsmöglichkeiten Glücksgefühl etc.

00:11:58: aber ohne Verstehen.

00:12:00: und das ist etwas was die Arbeit von Künstlern wie Böhm heute prägt und deswegen sind sie so große Beispielgeber für die Erkenntnis des Problems, indem wir stecken.

00:12:14: Aber

00:12:14: wie interessant!

00:12:15: Das heißt quasi parallel.

00:12:16: in der Kunst hat weiß ich nicht du schon das Bild so ein bisschen überwunden.

00:12:19: Parallel hat sich quasi im Straßenbild zum Beispiel haben sich Schilder und Bilder als Kommunikations- und Signalelemente etabliert.

00:12:29: und kann man eigentlich parallelen ziehen?

00:12:31: Ja was soll man einem Verkehrsschild Weißrot umrandet und dann bei den Strich darin als Einbahnstraßenregulierung, was soll man da verstehen?

00:12:39: Gar nichts.

00:12:40: Das lernt man und dann reagiert man darauf.

00:12:43: Eine andere Form als Reaktion auf den Befehl, den das Signal gibt, gibt es gar nicht.

00:12:49: Man kann nicht verstehen warum da die Einbahnstrasse ist und man kann nicht fragen Warum geht sie nicht umgekehrt und wir sind wieder ausgehend hier?

00:12:55: Das geht alles nicht!

00:12:56: Das heißt, die moderne Organisation des Lebens ist darauf abgehoben dass wir funktionieren und nicht dass wir verstehen.

00:13:03: Und wer das so ist, ist die Frage Wie sich dann der literarische Ausdruck, doch geprägt auch verstehen hin, philosophischer, sociologischer, künstlerischer, wissenschaftlicher Ausdrucks auf Verstehen orientiert, sich in der heutigen Welt behaupten kann?

00:13:17: Antwort nicht.

00:13:20: Also Herr Habermas versucht auf dem alten Wege der Begriffsarbeit die Welt zu verstehen und bringt weniger zustande als Herr Pispas, der als Kabarettist Und das war die Lösung.

00:13:33: Seit nineteenhundert in allen Weltgroßstädten, vor allem in Deutschland und Österreich versucht als Kabarettist das Problem von der anderen Seite anzugehen, nämlich nicht über Verstehen sondern die Fähigkeit des Kommunizieren sich orientieren sich behauptens ohne zu verstehen.

00:13:50: Nun ist es interessanter bei Bildern dass sie ja eigentlich keine Übersetzung brauchen anders als Sprache

00:13:55: Ganz im Gegenteil.

00:13:56: Ja?

00:13:56: Die Sprache-Wortsprache ist viel direkter als die Bildsprache.

00:14:01: Ich meine in der Sprachübersetzung Deutsch, Französisch Englisch und so weiter.

00:14:05: Da ist ein Bild viel schwer zu übersetzen, als das französische und englische im Alltag den Wort gebraucht.

00:14:12: Du brauchst das hundertfache an Aufwand um einen Bild auf Französich zu übersetzten dass hier in Berlin gezeigt wird

00:14:19: Aber eine Groschzeichnung oder so, bedarf doch keine Übersetzung?

00:14:22: Oder Blauen oder sowas in der Art.

00:14:23: Das

00:14:24: Beruf auf dem Irrtum zu glauben dass sich das unabhängig von allen Voraussetzungen sprachlicher Art kultureller Art Bildungsvoraussetzung überall gleich macht.

00:14:38: und das hat der Kapitalismus besorgt.

00:14:39: er hat gesagt es gibt keine Universalisierung, sondern eine Globalisierung.

00:14:44: Das heißt auf der ganzen Welt als räumliche Einheit wären die Leute als Marktteilnehmer zum gleichen Verhalten gezogen hat aber nichts mit Übersetzbarkeit, Verstehbarkeit oder Adressierbarkeit zu tun.

00:15:00: Sonst halt nur funktionieren.

00:15:01: Die Leute funktionieren, Kapitalismus egal ob Japan in der Mongolei oder in China oder in der Türkei...

00:15:08: Das bestimmt.

00:15:08: ich dachte jetzt noch eher an das Interessante bei der visuellen Kunst ist dass sie eben und vor allem auch noch mehr bei der abstrakten Malerei aber jetzt auch bei figurelicher gegenständlicher Malerei wie beim Amin Böhm doch über viele Sprachgrenzen hinaus einfacher zu lesen ist, als jetzt weiß ich nicht geschriebene Literatur die hier übersetzt werden muss.

00:15:29: Ja im Kapitalistischen Warenverkehr sind sie einfach zu lesenen aber auf der Ebene des Ausdrucks als Entäußerung von Lebenszeichen gar nicht.

00:15:41: Sagst du zum Beispiel abstrakte Kunst?

00:15:43: Voll ja Quatsch, es gibt's gar nicht.

00:15:45: Eine Linie ist genauso konkret wenn ein Meld nichts hat als eine Linie oder ein paar Kreuzer und ein Zeichengewirr genau so konkret als ob ne Kuh.

00:15:54: Ein

00:15:54: jeder nicht

00:15:55: zuständiger Fleck ist genauso realistisch wie die Kuh!

00:15:58: Also, ob ich Rembrandt eine Kuh darstellen sehe oder wie immer sogar noch eine pissende Kuh.

00:16:02: Oder bei Taschisten ein paar Striche und die ist genau das gleiche.

00:16:06: Aber

00:16:06: zum Beispiel weil du gerade die pissenden Kuh sagst ja?

00:16:09: Ich denke da zum Beispiel an eine Zeichnung von Eho Plaun den Erfinder von Vater und Sohn.

00:16:14: aber der hat auch politische Zeichnungen Karikaturen gemacht und dann gibt es eine Figur Ein Mann der Pist im Schnee und der Pistenhakenkreuz.

00:16:22: Das ist, glaube ich weltweit ...

00:16:24: Wahrscheinlich uneindeutig!

00:16:26: Denn die rechtsradikalen Rabauken machen das genauso zur Bekundung ihrer wahren Auffassungen wie die angeblichen Kritiker des faschistischen.

00:16:35: Du meinst...

00:16:35: Du meinest man kann da genau so so zu

00:16:37: sagen?

00:16:37: Und gerade eben nicht

00:16:38: unterstützen reinlesen?

00:16:40: Natürlich!

00:16:40: Man kann das nach beiden Seiten genau dasselbe sagen.

00:16:42: Ja, das

00:16:42: weiß ich nicht ob man bei einem Nazi-Staatsanwalt mit durchgekommen wäre.

00:16:45: Selbstverständlich!

00:16:48: Ausflügler des National-Zwischen Jugendverbandes.

00:16:51: Die

00:16:51: Pinkenhakenfeuze im Schnee.

00:16:53: Wusste Demonstration ihrer Machtgäste?

00:16:55: Ja, da

00:16:56: hast du natürlich recht!

00:17:00: Du meinst

00:17:00: so einfach ist eine Karikatur dann gar nicht lesbar?

00:17:03: Nein

00:17:03: das haben aber dann glaube ich die Mohammed-Karriker... Bilder

00:17:06: sind ja nicht lesbabe weil sie nicht verstanden werden müssen sondern man muss mit ihnen kommunizieren.

00:17:10: Das rede ich doch die ganze Zeit.

00:17:11: okay also Auf der Ebene Kommunikation ist durch Kapitalismus und Warenhaustausch alles gleich.

00:17:18: Und da gibt es nur eine Form des Verstehens, das heißt der Preis.

00:17:22: Innerhalb der modernen Kunstpraxis, Wissenschaftpraxis gibt es nun eine lesbar, also im Sinne von verstehbare Funktion, dass ist der Preis!

00:17:31: Was kriege ich?

00:17:32: Und was habe ich zur Verfügung oder was kann ich ausgeben

00:17:34: etc.?

00:17:36: Alles andere fällt weg.

00:17:37: Und wenn wir jetzt nochmal auf das Magazin zurückkommen hier, ja?

00:17:40: Das sind ja Text-Kolagen aber auch Bild-Kollagen und die greifen zurück eben nicht nur auf Grosch und Schad und eben die Neusachlichkeit und die Kunst der Weimar Republik sondern auch Meme-Elemente.

00:17:56: also was man eben Meme... Ich habe lange gebraucht tatsächlich bis ich Wirklich verstanden, was das eigentlich ist.

00:18:03: Wann sind die Memes das erste Mal untergekommen?

00:18:05: Das

00:18:05: ist jetzt einfach!

00:18:07: Man lernte, dass die Informationen in der Vererbung durch Gene getragen wird und die hießen Jeans.

00:18:18: Jeans?!

00:18:18: Ja, daher die Witze mit Jeans und Jeans... Darauf hat Dawkins Ende neunzehlt sechzer Jahre gesagt Die extragenetische Vererbung wird genauso getragen wie die genetischen Vererbungen durch die Gene, durch die Meme.

00:18:33: Meme ist eine Abkürzung von Memoria.

00:18:36: Also alles was extra-genetisch ... Durch Erzählungen, durch Lernen, durch Übertragen des Wissens über kulturelle Zusammenhänge verbreitet wird, wird über Meme, über Memos.

00:18:48: Aber

00:18:48: visuell ne?

00:18:49: Nein es geht wortsprachlich genau so wie Bildsprache liegt.

00:18:51: Okay okay

00:18:52: also Gene und Meme.

00:18:55: Also die genetische Vererbung, und die exorgenetisch verarbeitete ist die memoriale Vererbung.

00:19:00: Das ist der ganze Geheimnis!

00:19:01: Und das Text und visuell kollektive Gedächtnis auf das dann Bezug genommen wird?

00:19:06: Ja

00:19:06: ob es im Gedächten bleibt weiß man nicht denn heute wechseln ja die Einflussnahmen so stark dass es gar keine Zeit mehr gibt einen Gedächten auszubilden wenn alle drei Jahre Das gesamte Panorama des gebrauchangebotenen Warenpropagandamaterials sich ändert.

00:19:30: Wo soll ich denn da eine Erinnerung?

00:19:32: Es geht höchstens so, dass man sagt jetzt wollen wir mal willkürlich Eine Erinnerung konstruieren nämlich von heute aus die Mode der fünfzehr Jahre, die Mode des sechser Jahr.

00:19:43: Oh das ist interessant!

00:19:44: Aber die ist ebenso nach drei Jahren wieder vergessen oder anderthalb Jahren da hat sie keine Attraktivität mehr.

00:19:49: Es führt nichts daran vorbei dass die Bildkommunikation ausschließlich funktioniert durch ihre Verwendbarkeit in der Kommunikation und das heißt eine Welt ohne jede Möglichkeit verstanden zu werden.

00:20:06: Und sie soll ja auch nicht verstanden werden, denn sonst würde sie an der Kapitalismus nicht funktionieren.

00:20:10: Wer mir kapiert was die Hintergründe kapitalistischer Warenproduktionen und Propaganda sind kann sie nicht mehr durchgesetzt wird.

00:20:18: also es muss verhindert werden.

00:20:20: das ist ganz die ganze Anstrengung und deswegen bleibt es bei der Propagandap für die Bilder wie gesagt die Überflutung.

00:20:30: Und wenn man überflutet, da hat man so keine Möglichkeit.

00:20:32: Da gibt es nur eine Rette sich wer schwimmen kann in dieser Flut und das ist die Anstrengung, die wir jeden Tag zu leisten haben.

00:20:39: Aber du sagtest gerade die Dekodierung muss verhindert werden?

00:20:42: Dann sind wir wieder bei der Kamouflage von der Du schon sprachst.

00:20:45: Ja, Dekodierung nicht der einzelnen Bilder sondern der Verfahren die dahinter stehen.

00:20:49: Das heißt wer sind die Bilderproduzenten?

00:20:52: Wer lenkt die Bilder Produktion lässt sozusagen wie auf dem alten Landwirtschaftsbetrieb.

00:20:59: Wer lässt die Schleusen öffnen, damit eine neue Flut von wahren Propaganda über Bilder getragen in den Markt geschleust wird?

00:21:06: Und wer schließt die Schlutschleuse wieder und leitet sie auf andere Aktionsfelder der Gesellschaft über?

00:21:13: Aber es kommt darauf an zu kapieren seit wir ausschließlich noch in der Welt zu kommunizieren haben.

00:21:22: ohne verstehen ist eine andere Orientierung als die über den Preis objektiv gar nicht möglich.

00:21:29: Deswegen zum Beispiel, euer mit je Kunst-Galeriehand ausschließlich gelendet wird durch das Regulativ des Preises.

00:21:36: Alles, wonach ihr euch richten könnt, objektive Verbindung ist der Preis sonst gar nichts!

00:21:41: kostet etwa zehntausend, hunderttausend, eine Million, zehn Millionen.

00:21:45: Inzwischen sind wir ja aber vier Millionen schon gelandet.

00:21:47: Ja

00:21:48: das ist interessant.

00:21:48: Häufig haben wir hier Diskussionen mit Künstlerinnen und Künstlern die dann sagen Das Bild gefällt mir besonders gut.

00:21:54: Das ist mir jetzt sehr wichtig.

00:21:55: Das soll teurer sein als ein gleich großes anderes Bild was eben dem Künster nicht so bedeutend ist.

00:22:02: Das kann günstiger sein.

00:22:03: Es wäre

00:22:03: so als wenn er sagt Diese Hundert-Euro-Scheine gefallen mir besser als die jenen.

00:22:08: Das ist so lächerlich!

00:22:08: Nee, es ist nicht.

00:22:09: Weil der eine Hundert Euro Schein ist austauschbar mit dem anderen hundert Euro.

00:22:13: Beide sind hundert EURO.

00:22:14: Ja bei unserem Gesichtspunkt des Marktkapitalismus sind die Bilder alle austauschtbar.

00:22:18: Nein aber natürlich gibt es bessere und schlechtere Bilder.

00:22:21: Den wirst du mir ja zustimmen.

00:22:22: Es gibt auch schlechte und bessere Autos.

00:22:23: Es geben schlechte, bessere Anzüge.

00:22:25: Das war gar kein Kredel.

00:22:26: Nein, aber wenn von einem Künstler Gibt es natürlich unterschiedliche gelungene und weniger gelogene Bilder?

00:22:32: Ja, man

00:22:32: hat hier Vorlieben.

00:22:33: Und jeder hat Abneigung.

00:22:35: Und die äußert den Samen nicht

00:22:37: mehr.

00:22:37: Die sind nicht rein subjektiv!

00:22:38: Ich würde behaupten sie kann man objektivieren.

00:22:40: Das ist ja wieder auf der Ebene des Verstehens organisiert.

00:22:45: das heißt wenn du zurück wolltest Nicht mehr Bilder im kommunikativen Bestehen Einzusetzen als Erkenntnismittel zum Beispiel für die Differenzierung von Anschauung Begriff dann Landest du aber außerhalb deiner Galerie und deines Galeriegeschäfts?

00:23:02: Da hast Du recht.

00:23:04: Wenn Du Dich betrachtest, als jemand der gar nicht mit Bilder handelt, sondern der versucht die Bilder aus der Kommunikationsphäre des Marktes rauszuziehen und sie jenseits des Preises, jenseit des Markts zu... Kunstjenseits Des Marktes!

00:23:19: Kunst ohne Markt!

00:23:21: Dann ergibt sich die Frage welche Kriterien und Unterscheidungen ergeben sich dann?

00:23:26: wie unterscheidet man dann Wichtiges von Unwichtiges Kostbares von Wenner, kostbar gelungenes und ungelungen.

00:23:32: Aber das heißt prinzipiell künstliernd als es mag das.

00:23:36: Wenn ich darauf einlassen will würde ich gerne mitmachen würde mich gern beteiligen.

00:23:40: Genau genau deshalb ist es ja auch so dass wir die Bilder dann nach ihrer Größe immer höher plus erreite mal irgendeinem Faktor multiplizieren und dann mit wachsender Karriere steigt der Preis.

00:23:52: aber denkst du denn?

00:23:55: Die Motivationen von einem Künstler?

00:23:57: Ja, weil das ist ja die bildende visuelle Kunst.

00:23:59: Das hier noch eine kreative Gattung, die relativ frei mir zu sein scheint?

00:24:02: Ich glaube nicht!

00:24:03: Ich bin ja fünfzig Jahre an Universitäten als Professor gewesen.

00:24:06: Ich habe Generationen von Studierenden für die Aufnahmeprüfung gesehen – aber seit dem Nr.

00:24:16: gab es nur ein Motiv für die Aufnahme des Studiums im Kunst- und Kulturbereich.

00:24:21: Nämlich ich möchte mit dreißig Jahren, dass einen Lappen bearbeitet von mir mit Farbe mindestens thirty fünf tausend Dämer kostet.

00:24:29: Das war das einzige Motiv.

00:24:31: Wirklich?

00:24:31: Sonst nichts!

00:24:33: Und sie kannten wie, stellen wir mal vor, Frag jeden, wie du willst.

00:24:39: Die Leute von Zwei-Tausend-Fünf kennen den Namen Boys nicht, die kennen nicht mal den Namen Warhol.

00:24:44: Sie kennen den Kiefer, egal was du fragst gar nichts!

00:24:47: Denn sie interessieren sich nur dafür, wie man damit Geld verdient.

00:24:51: Sonst gar nix.

00:24:52: Wie man berühmt wird, was so naive kindliche Idioten ständig noch im Munde führen... Obwohl die Kenner ja wissen, dass es noch nicht mal so viel Wert wie Spucke aufm

00:25:04: Fensterglas nachteile haben.

00:25:06: Gar nichts!

00:25:08: Wenn ihr abzielt auf eine zweite Dimension, eine neue Ebene oder eine rückgewonnete Ebene des Bildausdrucks wir wissenschaftlich verwendet würden also zu sagen Wir sehen ja gar nicht mit den Augen sondern mit dem Gehirn Und die Augen sind nur Verkörperungsmedium der Tätigkeiten, die wir sehen in Hinterhauptzentren verarbeitet als Anschauung erkennen.

00:25:40: Dann müssen wir uns damit beschäftigen, in welchem Verhältnis das was wir sehen geprägt wird durch das als was es bestimmen können.

00:25:50: Bestimmen sind Namensgebung Begriffsmüllung und Unterscheidungskriterien auf welche Sache auch immer Und dann wird es wieder spannend.

00:25:57: Das heißt, dann ist in der Wissenschaft beispielsweise die Anschauungsebene grundlegend das Evidenz.

00:26:06: Man sagt diese wissenschaftliche Arbeit hat Evidenzen.

00:26:10: man kann sehen im Zeigeausschläge Zahlenrattern

00:26:13: etc.,

00:26:14: die beweisen ja wohl dass ist nicht ein subjektives Belieben aber Evidenze im Sinne der Wissenschaften unter einer Bedingung nur beurteilt.

00:26:26: Dass alle wissen, evitere, also aus eigenem Augenschein.

00:26:30: Evidenzerlebnisse sind nur unter der Bedingungen unserer Täuschbarkeit.

00:26:35: Von Natur aus ist das Gehirn, dass alle diese wunderbaren Leistungen vor uns verbringt ja auf Täuschwachheit ausgelegt.

00:26:43: Jeder kann die optische Täuschen sofort als Kleinkind schon realisieren.

00:26:47: Begriffstäuschung und so weiter.

00:26:49: Also ist Evidenzerleben als zentrales Kriterium der Leistungsfähigkeit von Aussagen sinnlos ohne Evidenzkritik.

00:26:58: Und das macht man wissenschaft.

00:27:00: Jede Aussage wird sofort im Hinblick auf ihre Kritikwürdigkeit gesehen, auf die Widersprüche darin oder auf die gegensätzlichen Auffassung und die Aussage besteht immer aus der Einheit von Evident- und Evidenzkritik.

00:27:14: Das gehört zusammen Wenn ich sage, ich vertraue meinen Wortkommunikation nicht.

00:27:18: Ich muss objektive Dicke haben wie Zahlenrattern oder Zeigeausschläge.

00:27:22: Dann ist aber das Ablesen des Zahlenratterns und des Zeigeaus genauso augenscheinlich wie die anderen Signale, die es früher mit Augen zwingern oder körperlichen Veränderungen des kommunizierenden Partners gegeben hat.

00:27:36: Das ist alles kein Grund.

00:27:38: Aber in der Tat hast du recht?

00:27:41: Wir stehen jetzt an der entscheidenden Frage Ob die bildsprachliche Kommunikation ausschließlich in der wahren Propaganda dominiert wird und alles was geschieht als Warenpropaganda läuft, auch euer ganzer Kunsthandel.

00:27:58: Denn siehe da das Einsekretär um das gilt ist der Preis also wahren Handeln auf die Ebene der Erkenntnisarbeit mit Bildsprachen.

00:28:08: Und dann ist spannend wie im einzelnen Bild Die Anschauungsebene, also das was die Augen tun als Verkörperung des Sehens und das was der Gehirn daraus macht nämlich Operationen des Denkens.

00:28:24: Wie also im Bilde Anschauungen Begriff zusammenspielen.

00:28:29: Darüber gibt es ästhetische Theorien sehr interessant seit Baumgarten Das heißt ein Vorläufer von Kant Der vierzig Jahre vor Kant selbst alle ästetischen Grundlagen gelegt hat in deiner Professorin Frankfurt an der Oder.

00:28:45: Und sein Schüler Meier hat das alles siebzehntfünfzig veröffentlicht.

00:28:50: Ästhetische Theorien, die es dann fortsetzen über Hegel, die Neu-Hegeljana bis zur Theorie der Hässlichkeit von Rosenkanz also Theorie des Gegenbildes.

00:29:01: Alles ist genauso untersucht wie man darauf zurückhebe.

00:29:04: Aber auch selbst bei dem Gegenbild und der Theorie Waren zu erzeugen, die im kapitalistischen Handel stattfinden können.

00:29:15: Das ist bei Böhm sicherlich nicht der Absicht diese Ware so zu erzeigen sondern nur auf dem Wege kann sie überhaupt wahrgenommen werden.

00:29:22: das heißt nur wenn du als Galerist Sie anbittest oder zeigst oder publizierst dann können sie kommuniziert werden auch wenn da Böm eine ganz andere Intention hatte Wenn da vielleicht viel lieber Wissenschaftler wäre.

00:29:33: Ja aber du hast doch gerade noch gesagt dass du meinst dass die die Motivation der angehenden Künstlerin und Künstler Wirklich hast du ja sehr...

00:29:42: Ja, das war die

00:29:43: junge Frau gesagt.

00:29:44: Die wollen

00:29:44: Kohle machen

00:29:45: und ich würde denken ist es relativ evident dass man nicht solche Bilder malt, wenn man die verkaufen will.

00:29:52: Weil da sind ja zum Teil schwer anzuschauende Bilder drin hier die Operations-Szene, die dann nebeneinander gestellt

00:29:58: werden.

00:29:58: Du weißt auch selber.

00:29:59: es ist nur eine Frage der Ansteigung der Galeristen um das angeblich Schwerverstauliche Nicht geradezu als Beförderungskriterium Als Auszeichnung von hoher Qualität, denn jeder sagt Es ist neu!

00:30:11: Es ist ganz anders, es durchbrücht Seegewohnheiten.

00:30:14: Es bringt uns auf ganz andere Vorstellungen.

00:30:17: Und schon ist das ein Faktor der Promotion also der Beförderung als Ware.

00:30:21: mehr ist es doch nicht.

00:30:22: Aber

00:30:22: wenn wir hier den Christian Schad neben dem Armin Böhm sehen und beide sind Operations-Sin und die eine ist von heute und das andere ist von vor hundert Jahren kann ich ja nicht von neuen Seegewohnheiten sprechen.

00:30:32: Doch zum Beispiel was ist der Schad?

00:30:34: Schad zeigt den Rasenreporter bei seiner Blinder am Operation Unter der von ihm gesetzten Bedingung, liebe Professoren ich möchte selber sehen wie ich operiert werde.

00:30:49: Nicht ihr narkotisiert mich und dann macht er mir was?

00:30:51: Nein!

00:30:52: Der moderne Mensch weiß was mit ihm geschieht.

00:30:57: also muss sich sehen wie ihr mich operiert.

00:30:59: Also

00:30:59: macht ein Spiegel über den Operationstisch damit dich also auf dem Rücken liegender, der am Bauch operiert wird, sehen kann wie ihr meinen Bauch herum rumurt.

00:31:09: So das war der Schad.

00:31:10: Und die Idee kam natürlich vom Rassenreporter, damaligen tschechischen Aktivisten aller Gattungen.

00:31:20: Solche Leute gab es ja auch hier in Berlin etc.

00:31:24: Diesem Typus vertritt auch der Böhm.

00:31:27: Der hat nicht daran gedacht das ein Verkörbungs-, ein Export oder Interessante als steigendes Argument wäre.

00:31:34: Sonst hätte ich gesagt Ich will selber mich im Hinblick auf das, was mit mir geschieht dadurch zu meiner Beobachtung machen.

00:31:44: Also etwas, was ich selber an mir vornehme.

00:31:47: Das ist wahrscheinlich

00:31:48: auch autobiografisch.

00:31:50: Ja also so wie jemand, der die Zähne reparieren lässt oder die Fingernägel rotmachen lässt ja nicht sich andere ausliefert sondern genau kontrolliert, was geschieht und sagt Nicht dahin, dass es falsch.

00:32:02: Also das ist auch die bürmische Ansicht.

00:32:05: Das heißt, er setzt sich während er bildlich kompliziert wie alle anderen gezwungenermaßen.

00:32:12: Sich überfluten lässt einen Gang durch.

00:32:14: Berlin ist ja die Wende von der Sintflut.

00:32:17: weggeschwemmt wird durch Bilder.

00:32:20: Er lässt sich natürlich darauf ein, sonst könnte er gar nicht überleben aber versucht dabei sich selbst zuzusehen wie der rasene Porter bei seiner eigenen Operation und das sich selber reflektieren zu sehen und damit sich unter Kontrolle bringen.

00:32:37: Das ist die qualifizierende Arbeitsleistung von solchen Leuten wie Böhm.

00:32:43: Lass uns noch mal über Berlin sprechen, welche Rolle spielt Berlin auch hier in dem Heft?

00:32:47: Es geht mir – und auch Böhem!

00:32:50: Und auch Gottfried Benn als Literat oder Schad als Maler und all den Hunderten von produktiven Leuten um die Erfahrung unseres Lebensraums.

00:33:02: Berlin.

00:33:04: Berlin ist aber nicht Berlin als abgeleitet von einer kleinen Insel im Sumpfgelände, sondern es ist Troja.

00:33:16: Das heißt so wie die Erzählung über Troja die Initialerzählung Über die Entstehung Europas darstellt.

00:33:26: Homer ja?

00:33:28: Als Ilias und Odyssee geschrieben ungefähr um sieben Hundert vor Christus So war das auch für Berlin gedacht, denn Berlin hieß von allem Anfang an Troja.

00:33:40: Wir sollen also den Leuten dem Berliner Leben klarmachen in welchem mythologischen Raum sie leben im Kontext der deutschen Ideologie, in Deutschland die europäischen Ideologie und der christlichen Ideologien etc... Was ist das?

00:33:53: Mütische Raum Berlin!

00:33:55: Der mütliche Raum Berlin ist ein troyalischer Raum und alle Leute erzählen sich, wüssten was über Troja zu erzählen ist wenn sie den Homer zitieren, aber die wichtigste Erzählung über Troja und damit Berlin.

00:34:10: Denn die Gründerväter nannten sich Trojana und nannten Berlin Troja Und die ganze Geschichte Berlins ist darauf auch gehoben.

00:34:18: heute heißt noch askanischer Platz das der älteste Sohn des Trojanischen Königs Askanius.

00:34:25: Die Leute aus Anhalter an Anleiter Bahnhof nannten Sich selber nach den Trojanischen Geschlechtern.

00:34:34: Das war in Europa ganz verbreitet, sich von Elsten.

00:34:36: aber das Entscheidende war dass Kaiser Augustus einen der größten Dichte aller Zeiten Vergil beauftrachte eine neue Darstellung des trojanischen mythologischen Raumes für europa darzustellen und das war das römische Imperium nämlich die Trojaner fuhren ja mit ihrer Flotte die geschlagenen Trojaner nach Süditalien unter Anführung eines berühmten Steuermanns auf griechisch heißes Kübanese und deswegen hat die neue Steuerungswissenschaft den Namen Kübanetik.

00:35:11: Und gründeten da als Etruska, die Erziehungsmannschaft für ein neues Imperium.

00:35:18: das waren ein paar Eingeborene von einem der sieben Hügel in Rom.

00:35:26: Euch machen wir zu neuen Weltern, das ist nämlich unsere Mission.

00:35:30: Und genau dieses Motiv wurde hier angewinnet.

00:35:33: Die Leute aus Anhalt haben sich gesagt Wir gründen wie die Etruske den Auftrag hatten Das neue Weltimperium rum zu gründen Also Trojan Neu zu bauen.

00:35:46: Wir gründen Berlin als einen solchen Raub Nämlich die ganze nach Osten entwicklende Ebene, die Kristallisierungsebene

00:35:54: etc.,

00:35:56: dann tragisch das Ende nimmt, aber immerhin.

00:36:00: Berlin ist als mythologischer Ort ein Troja.

00:36:04: hier wurden die trojanischen Verhältnisse also die Art und Weise wie man trojanische Arbeit durch Schlimmern repräsentiert.

00:36:11: Trojanische Arbeiten hieß einen literarischen Text wie den von Norméa wörtlich zu nehmen wie alle fundamentalistischen, theologischen Leute ob Islam oder Fundamentalistik Christus und was immer es immer macht.

00:36:24: Ein Text wird wortwörtlich genommen.

00:36:25: anstatt den Geist der Geschichte erzählen sie den Buchstaben der Geschichte Und dann führt das dazu dass es zu regiden fundamentalistische Behauptungen eine Euneutwürdigkeit und einer ewig geltenden Erzählung ohne Veränderungsmöglichkeiten gibt.

00:36:43: Das ist ein Javelin mit Schliemann passiert Denn Schlieman hat die humorischen Eben also einen Roman wortwörtlich genommen, was ein gebildeter chineser christ oder engländer franzose nie gemacht hätte.

00:36:58: Ich sage das in romanen lasst die fingel erfunden

00:37:00: ja

00:37:00: hat er sich gelesen als sein geschichtsbegriff und hat tatsächlich durch diese barbarische art einen roman zu lesen dass historische troja gefunden Wenn auch in der falschen Schicht, aber es spielt keine Rolle.

00:37:11: Aber

00:37:11: kann man nicht je nachdem was man finden will für die eine oder andere Weltordnung die richtigen Ableitungen herstellen?

00:37:18: Nein

00:37:18: das ist ungeheuer schwer!

00:37:19: Die meisten Orte der Welt haben gar keinen mythologischen Raum sind gar nicht, sind nur im realen Raum.

00:37:25: Also heute Moderne ist nur im kapitalischen Warenraum.

00:37:28: Nee nee

00:37:29: ich meine jetzt ob der jetzt den Koran oder auch die Bibel das kann man ja radikal lesen?

00:37:34: Oder radikal in die eine oder andere Richtung.

00:37:37: fundamentalistisch?

00:37:38: Ja also wortwörtlich oder eben dem Geiste nach Da geistet etwas anders als Buchstabe Genau.

00:37:43: aber auch wortwörblich kann man auch andere wortwörtliche Zitate heranziehen.

00:37:48: Das troyalische hat aber eine ganz andere Bedeutung nämlich dass die Vernichtung denselben Rang hat wie den Aufbau.

00:37:58: Denn Troja ist ja das große zivilisatorische Konstrukt, das an seiner eigenen Verteidigung zugrunde geht – wie die heute in Demokratien, die alle zu Grunde gehen seit achtzig Jahren an ihrer Selbstverteidigung und sich selbst töten.

00:38:12: Es nicht die äußeren Feinde sondern die inneren Abwehrreaktionen der Demokraten selbst verstörende Demokratie.

00:38:19: Und Schliemann,

00:38:21: sag noch mal was zu Schliemahn und hol mich da mal ab?

00:38:23: Schliemah hat dann die introja ausgegrabenen Schätze hier in Berlin deponiert.

00:38:29: neben dem Gropiusbau war das Völkerhundemuseum im Völker-Hunde Museum war eine ganze Trojanische Schatz.

00:38:35: aber der Schliemahl was war denn?

00:38:36: er war sozusagen

00:38:37: ein deletierender Antikwissenschaftler der spezifischen Orientierung aufs griech und römische Geschehen Vor allem vor der asiatische Ausbringung, das war ja alles griechischer Kulturraum.

00:38:52: In welcher Zeit?

00:38:55: Also Schlimann hat die wissenschaftliche Erschütterung der Fachwissenschaften für das alte Griechen-Tum zwischen der aus Kroja ausgegrabenes Schatz in Berlin gegen eine blödsinnige Honorierung.

00:39:27: als Ehrenbürger und Doktorat hat er gar nicht bekommen.

00:39:29: Er wollte die Professorin auch nicht bekommen, weil die Konkurrenz zu groß war.

00:39:34: Hier in Berlin deponiert ist er forty-fünf wieder verloren gegangen.

00:39:39: erst nach neun In der Zeit hat man erfahren, dass der Schatz nach Moskau verschleppt worden ist.

00:39:47: Aber der Tatuianische Schatz und der Begründung des mythologischen Raumes Berlin als neues Troja ist abhängig von dem was jetzt aus Moskow dazu gesagt wurde.

00:39:59: Alle wissen wir sind in der Hand von Putin der uns erklärt drei Minuten Raketenbeschutz und Berlins Blatt.

00:40:08: also die Geschichte geht weiter.

00:40:10: das heißt Moskau spielt heute ganz bewusst in diesem mythologischen Raum, auf der slavophilen Ebene wie auf der humanistischen Ebene.

00:40:23: Die haben ja eine lange Tradition im Umgang mit solchen Fragen gestellt.

00:40:27: Aber du

00:40:27: sagst...

00:40:28: ...der mythologische Raum in Berlin hat sozusagen seinen Ursprung in der Platzierung des Trojanisches Schatzes durch Schlimmern in Berlin?

00:40:35: Ja, nein.

00:40:36: Durch!

00:40:37: seine ursprüngliche Gründung als ein Droja.

00:40:40: Die gründeten hier das als askanischer Platz an alter Bahnhof, das waren als Zeichen für ein neues Droja, dass die Gründerväter Albrechter Beer haben in der Mitte des zwölften Jahrhunderts angefangen, das Ganze als ein Troja zu etablieren.

00:40:55: Mit so einer großen

00:40:56: Vision?

00:40:56: Ja natürlich!

00:40:58: Denn alle Fürsten wollten sich vom ältesten Geschlecht ableiten.

00:41:01: Das war ein Trojaner, also adelte sich jedes europäische Fürstengeschlecht in den die Sachten und der Vorfahren stammend von Trojakönigen ab.

00:41:10: Als Kanien?

00:41:10: Ja!

00:41:11: Okay und du glaubst diese auch sage ich mal.

00:41:15: Amins visuelle Vorväter das ist eine Berlinprägung.

00:41:19: ja reagiert sehr vernünftig und einsehbar auf diesen mythologischen Raum Und er repräsentierten seinen Bildern, den heutigen Erscheinungsformen dieses mythologischen Raumes.

00:41:32: Der längst durchbrochen ist durch sehr viele andere Brechungen oder Aspekte des römischen.

00:41:39: Aber es gab in der römische Zivilisation Völlerei Betrug, Raubgier

00:41:47: etc.,

00:41:47: aber in Rom konntest du jemanden erschlagen und berauben wenn es im Namen des Staates tat?

00:41:54: Da war nichts für dich nachteilig.

00:41:58: Wenn du es aber auch erwartest, wurdest du geköpft oder kreuzigt?

00:42:03: Und wenn wir jetzt bei der Berliner Kunstproduktion bleiben... Womit fing das an?

00:42:06: mit Zille?

00:42:07: Weit vor Zille,

00:42:08: oder?!

00:42:08: Nein!

00:42:09: Das ist sehr viel.

00:42:10: Leistet Kopfwürdig vielleicht als ein, der diese Ikonografie geschaffen hat, nämlich mit dem preußisch Blut Wenn du siehst wie Leistikov den Sonnenschein auf den Kieferstemmen malt, dann hast du das equivalent zum genetischen Raum der Blutsverwandtschaften.

00:42:30: Einheit

00:42:31: etc.,

00:42:31: also leistikows-polschisch blut ist eine der höchsten Ausdrucksformen der hiesigen Sicht auf dieses Verfahren.

00:42:39: insgesamt gilt es ja erst ab achtzehnt sechs vor achtzehn sechs das heißt vor der Besetzung durch die Franzosen und dann vor Der Reaktion darauf mit Völkerschlacht bei Leipzig aßert dreizehn und schließlich Vertreibung von Napoleon bei Waterloo.

00:42:54: Und den zweiten Bewegungen, ihr werdet es als nichts geworden.

00:42:58: also sagen wir in Bearbeitung der Zumutung des Universalismus von Napoleon und Kurt Zivil die ja keine nationalistischen Prägung hatten sondern universalistische Prägung regte sich der Nationalstaat, die Nationalkultur das Deutschlandstum Und in den vergangenen Jahren geht das los.

00:43:17: Und unter, sagen wir mal, Bismarck spätestens, in der Jannuart ist diese Sicht auf Berlin als das neue Trojan der Welterzählung etabliert.

00:43:33: Und woran meinst du liegt es?

00:43:34: Der Armin Behöhm ist jetzt ja auch ein Student von Immendorf, der ja auch solche, sag ich mal Salonkommunist Kaffee Deutschland politischen Bilder gemalt hat.

00:43:43: Aber es gibt ja wenige Vertreter...

00:43:45: Das war nicht politisch, sondern mythologisch.

00:43:48: Und

00:43:48: was gibt ja weniger Vertretern dieser Art jetzt in dieser Generation?

00:43:52: Würde ich mal sagen als das...

00:43:54: Die anderen Generationen ist verdorben durch die kapitalistischen Bilder Kommunikation und Geldverdienen.

00:43:59: Sie kasseln sich gar nicht mehr auf so etwas ein wie die Geschichte einer mythologischen Erzählung oder Erklärungszusammenhänge oder Topologie oder sowas auch immer.

00:44:08: Deswegen kommen sie gar nicht auf die, aber der Böhm hat ja auch gezogen durch seine eigene Biografie, allen Anlass sich nicht von kapitalistischen Warenproduktionen her zu bestimmen sondern von der Arbeit im Bilde als Verkörperungsform des Denkens.

00:44:25: Das heißt das Bild verkörpert nur das Denken.

00:44:28: Es ist nicht das Gegenteil von Denken und nicht das andere vom Denken, sondern es verkörpert denken sowie das Auge, dass ein Bodiment die Verkörprung der Gedankenarbeit großen Rinden, Zentren darstellt die sich mit der Entwicklung von visueller Wahrnehmung in gedanklicher Arbeit in Neuroempulse und die Umwandlung wieder beschäftigen.

00:44:53: Also er ist einfach viel freier unabhängiger sicher eine andere Motivation einzulassen als den Kunstmarkt

00:45:02: Und Bilder zu machen die ihm nicht so gefällig sind.

00:45:04: aber sag mal wenn man das jetzt weiter spinnt Was meinst du, werden wir uns mit einer ähnlichen Kunstreflexion in hundert Jahren also wie jetzt nicht mehr aber unsere Gesellschaft befassen können?

00:45:14: Das

00:45:14: könnten wir ganz einfach erklären.

00:45:16: Du hast genügend Geld verdient um die nächsten zwanzig Jahre produktiv außerhalb der Zwanges Geld zu verdienen zu arbeiten und du erklärst ab heute.

00:45:26: deine Galerie dient der Kunst jenseits des Marktes und damit baust du eine völlig neue Art der Entfaltung des künstlerischen Arbeits des denkrischen Arbeitens auf Der bestimmt wird durch die Arbeit an der Welt am Verstehen und nicht mehr an der bloßen Kommunikation.

00:45:44: Und ich garantiere dir, wenn du das zwanzig Jahre auf dem Niveau deiner hiesigen Galeriarbeit tust, jenseits des Marktes hast Du wirklich Initiative für eine völlig neue Entwicklung von Modernität zustande gebracht.

00:46:00: Barzon – Ich danke Dir für das Gespräch!

00:46:03: Bitte schön

00:46:04: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:46:05: Wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst doch gerne fünf Sterne da wie man so sagt und wenn ihr Themenvorschläge habt, dann gern in den Kommentaren.

00:46:16: worüber wir reden sollen, wen wir mal einladen sollen freue ich mich über Feedback oder auch an infoatköniggalerie.com.

00:46:25: Was mit Kunst?

00:46:27: Ein Podcast

00:46:28: von und mit Johann

00:46:29: König.

Über diesen Podcast

In “Was mit Kunst” lichtet Johann König den Schleier der exklusiven Kunstwelt, indem er Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstsammler*innen interviewt. Die Gäste sprechen über ihren Werdegang, ihre Werke und reflektieren über die Entscheidungen, die sie in ihrer Karriere getroffen haben, wie sie Hindernisse überwunden und sich von Zuschreibungen freigemacht haben. Ein einmaliger Zugang zu prägenden Akteur*innen der Kunstszene.

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Coverbild: © Lukas Gansterer

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