Was mit Kunst - Ein Podcast von und mit Johann König | Podimo

Was mit Kunst - Ein Podcast von und mit Johann König | Podimo

Transkript

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00:00:00: Wie kriegt

00:00:00: man das hin, innerhalb eines besetzten Raums die Weiterentwicklung zu schaffen

00:00:05: und auch den Raum

00:00:06: weiter noch weiter zu öffnen?

00:00:08: Und das ist etwas was ich glaube alle Künstler machen.

00:00:11: Es gibt ja keine Kunst ohne Thema und ohne Vorbilder.

00:00:15: es ist halt wichtig finde ich mit einem bestimmten Respekt umzugehen mit den Vorbildern die man hat und auch nicht so zu tun als wären die nicht da.

00:00:22: also man versucht sicher elegant gegenseitig auszuweichen.

00:00:27: Was mit Kunst?

00:00:29: Ein Podcast

00:00:29: von und mit

00:00:30: Johann König.

00:00:32: Heute zu Gast der Mahler Alexander Wertheim.

00:00:35: Hallo, Alexander!

00:00:36: Hallo Johan!

00:00:38: Alexander in deiner Ausstellung jetzt die heißt Fuge in Oxid.

00:00:41: Also Fugue in Oxide?

00:00:43: Fuge, Fuge... In Oxide.

00:00:46: Und Fuge ist aus der Musik oder?

00:00:48: Ja also eine musikalische Kompositionsform in der sozusagen Stimme angegeben wird, die dann von anderen Instrumenten oder anderen Stimmen wiederholt, verschoben und leicht verändert werden kann.

00:01:04: Und dadurch so eine repetitive Struktur entsteht.

00:01:09: Man kennt das vielleicht von Johann Sebastian Bach ... Oder die Fugen von Bach halt?

00:01:14: Bist du über die Musik in die Kunst gekommen?

00:01:16: Ja ich hab als Kind und Jugendlicher Musik gemacht und habe angefangen zu malen mit siebzehn ungefähr.

00:01:23: Und hast erst Musik gemacht?

00:01:25: Und was für eine Musik?

00:01:26: Ich bin Schlagzeuger und habe mehrere Instrumente so ein bisschen gespielt in verschiedenen Gruppen.

00:01:32: Und dachte auch, ich werde mal Musiker aber daraus ist dann nichts geworden.

00:01:36: Achso das heißt du warst quasi auf der Wegscheide professionell Musik oder professionell Kunst?

00:01:42: Ja genau!

00:01:43: Das war so ne Überlegung dass weil ich auch gerne studieren wollte sich meine Reihe eher angeboten hatte.

00:01:49: Weil man Musik nicht so gut studieren kann oder?

00:01:51: Weil man da die Harmonielehre verkönnen muss.

00:01:54: Aha Okay.

00:01:56: Und die kannst du nicht?

00:01:57: Nee, ich kann keinen Noten lesen also nicht wirklich und das würde mich dann schon nicht zulassen für einen zum Beispiel Jazzstudium.

00:02:05: Okay verstehe.

00:02:07: Aber das Interessante ist genau vielleicht zu deinem Werdegang... Du hast ja hier an der UDK den Meisterschüler oder Abschluss oder was macht man da?

00:02:17: Ja wir haben auch ein Meistersschüler gemacht

00:02:19: Und den Meisterschüler hast du bei Manfred Penis?

00:02:22: Ja, ich glaube die haben das aber so insofern verändert dass man jetzt nur noch Meisters Schüler der Schule ist und nicht mehr wie früher, wie es immer hieß meisterschüler von.

00:02:31: Ah ok!

00:02:32: Aber das Interessante ist, du hast eigentlich immer bei Bildhauern studiert oder?

00:02:35: Bei Manfred penis und bei wem noch?

00:02:37: Vorher in der ehemaligen Schneiderklasse bei Tilman Wendland und ja das war damals eine Konzeptklasse weil ich mich auch als in der Grundlehre mehr über das Denken sozusagen Zugang verschafft habe zum Malen, hatte ich das Gefühl.

00:02:53: Also auch die Künstler, die mich damals beeinflusst hatten waren eher konzeptuell denkende Künstlern und deswegen hab' ich dann mich bei der Konzeptklasse quasi beworben statt bei einer Klasse wo man über Malereitechnik spricht.

00:03:08: Mhm aber hast du denn dieses ganze Malerei-Technik also haste auch mal realistisch oder figürlich gemalt?

00:03:15: Ja, ich hab in der Corona-Zeit eineinhalb Jahre fotorealistische Bilder gemalt.

00:03:21: Mhm!

00:03:22: Die zeigst du ... Sie gehören aber jetzt nicht zu deinem Övre?

00:03:24: Nee, gehören nicht dazu und zeige ich auch nicht.

00:03:26: Okay... Also dein Werk ist ja geprägt durch Grits oder wie soll man sagen, durch Linien?

00:03:32: Wie würdest Du es beschreiben?

00:03:33: Ich würde sagen das ist durch ne Art von grundlegendem System als Basis geprägtes Und dass es also, ja, wenn man möchte ein Raster vielleicht eher als ein Gitter, weil sich meine malerische Handlung anhand dieses Systems ja sozusagen es scheint sich meine Malerei an diesem Raster zu orientieren.

00:03:54: Das ist jetzt aber nicht unbedingt eine Gitterdarstellung zumindest empfinde ich das so.

00:03:59: Also es gibt ne Art von Systemen dass ich malerisch in Frage stellen möchte.

00:04:04: und wo ist der Unterschied zwischen Raster und Gitter?

00:04:07: Gitter halte ich für einen objekthafter und ein Raster als systemhafter.

00:04:14: Also das Raster ist, man kann in Rastern denken und anders als das ein Gitter sein.

00:04:20: Und ich möchte ja eigentlich auch bei meinen Bildern zumindest versuche ich es sowohl bei denen die jetzt gemalt habe also auch den früheren Den Eindruck eines figürlichen Gitters vermeiden sondern eher eine Art von Sehen entlang eines oder innerhalb eines Rasters.

00:04:37: Und angefangen hast du mit Spraydosen, also du hast gesprayed und da ist durch die Bewegung in der Hand entgleitet quasi dann... ...die Linie.

00:04:51: Richtig!

00:04:52: Also ich habe mit der Sprühdose angefangen.

00:04:55: diese malerische Idee, mit der ich meinen Abschluss an der UDK gemacht habe, den hab' ich mit der Spruhdose umgesetzt weil es eine Art von Distanz zu dem Medium, also zu der Malerei auf die sich diese Idee bezieht gesucht habe.

00:05:10: Also ich dachte, ich komme da ein bisschen von weg in dem mich ein Instrument benutze was ich nicht hundertprozentig kontrollieren kann und die Sprühdose kannte ich damals nicht.

00:05:21: Ich hab nie gesprüht als Jugendlicher und habe sie deshalb sozusagen als eine Art von ja auch ein bisschen Kontrollverlust beim malen benutzen können.

00:05:31: Und das hat er so.

00:05:32: ne Eine Atmosphäre von Improvisationen, die mir zu dem Zeitpunkt gut gefallen hat.

00:05:40: Und die dicke Anstrich, die aus der Spurdose rauskommt, die ist immer gleich?

00:05:44: Sie hat damit zu tun wie den Namen ran geht oder?

00:05:46: Ja und es variiert ein bisschen von der Kappe, die man obendrauf macht.

00:05:49: also höheren Output weniger Output.

00:05:52: Und jetzt die neuen Bilder sind aber mit einem Pinsel gemalt.

00:05:56: Wie kam's denn zum Übergang von Spur-Dose zur Pinsel?

00:06:00: Der kam in den letzten zwei Jahren dadurch, dass ich mich dann doch irgendwann dafür interessiert habe was aus der Spurdose rauskommt und wie unterschiedlich das aussehen kann.

00:06:12: Und ich dann den Ehrgeiz entwickelt hab, dass die Bilder schon genau komponiert sind.

00:06:22: Zumindest diese Farbabstufungen oder die Helligkeitsabstufung, die besonders wichtig ist bei mir von Linie zu Linie, die parallel verlaufen.

00:06:31: Und ich habe dann eben diese ganzen Sprühdosen gesammelt und hatte dann ein ziemlich umfangreiches Farbregal, was mich eigentlich von der Arbeitsweise auf die gleiche Ebene gesetzt hat wie jemand, der seine Farben auf einer Palette anrührt.

00:06:46: Also das hatte dann irgendwann eine Genauigkeit wo ich den Eindruck hatte man könnte auch gleich richtig malen.

00:06:53: Und jetzt heißt die Ausstellung Fug in Oxid?

00:06:56: Was Oxid ist jetzt die Farb des Pigments.

00:06:59: oder was ist Oxid ?

00:07:00: Ja, das sind ja so säurebasierte Pigmente quasi.

00:07:03: Also man viele kennen das Oxidrot, es gibt auch einen Oxidgrün und ich habe diese Farben oder diese Pigmente als Grundlage für dieses Farbschema jetzt benutzt angefangen nur mit den roten und dann eben das Grün mit reingerühlt.

00:07:21: also wie die Palette ist sozusagen beschränkt.

00:07:24: blau zum Beispiel kommt überhaupt nicht vor?

00:07:26: Blau kommt nicht vor aber es gäbe Oxid-Blau, aber ich habe mit Blau ... Ja.

00:07:31: Ich hab's jetzt auf grün-, gelb-, orange-, rot sozusagen beschränkt.

00:07:37: Mhm!

00:07:38: Und blau kam auch noch nie vor?

00:07:40: Es gibt wenige Bilder, auf denen eine blaue Linie ist.

00:07:43: Ich glaub es gibt hier zwei Streifenbilder, auf den zwei blauen Linien drauf sind.

00:07:47: und vielleicht nochmal ganz zurückzugehen weil ich meine du hast mal erwähnt dass das aus Stoffmustern sich entwickelt hat.

00:07:55: ja das war Teil von der Zeit, in der ich so ordentlich gearbeitet habe.

00:08:01: Wo ich Stoffe, die so in dem Stil oder in der Idee von den Matrasstoffen, die in Matras in Indien gemacht wurden und von den englischen Kolonialisten dort gefunden wurden, wo dann später diese uns bekannten Karo-Muster wie Burberry

00:08:19: usw.,

00:08:19: wo da diese schottischen Stoff quasi ... dem nachempfunden wurden.

00:08:23: Diese Stoffe mit denen habe ich mich beschäftigt, weil ich die malerisch interessant fand, weil sie ein kompositorisches Problem von Malerei auf eine einfache Art und Weise lösen nämlich es gibt ein vertikales und ein horizontales Thema und die sozusagen den Treffpunkt davon.

00:08:40: das ist quasi die Malerei, der malerische Idee.

00:08:42: also da entsteht etwas Neues.

00:08:44: dadurch dass sich zwei Linien kreuzen entsteht eine Zwischenfarbe Und ich fand das sozusagen gut, weil die einen als Maler wenn man so malen würde erlöst von der Entscheidungssuche.

00:09:00: Was soll man malen?

00:09:01: Also weil man quasi das Bild nach diesem System quasi in einem Raster denkend komponieren kann und ich habe diese Stoffe eben gemalt.

00:09:11: also ich hab mir dann Stoff ausgedacht und die dann quasi abgemalt wenn man möchte und habe dann mit der Sprühdose.

00:09:24: Aber anders als beim Stoff wiederholt sich das Pattern nicht, oder?

00:09:28: Also diese ... Beim Burberry-Stoff oder bei diesen Stoffen ist es ja so dass ich das immer wiederhohlt.

00:09:35: Weil der Faden der Garn ja durchläuft und das ist bei deinen Bildern ja nicht so.

00:09:41: Ich hab Auch am Anfang mit Wiederholungen gearbeitet, aber wenige von denen gezeigt.

00:09:46: Wenn ich mich richtig erinnere, dann sind die Bilder, die ich an den Rundgang im Jahr- und Jahrzehnte zeigte, beweisen viele Wiederholung auf.

00:09:55: Also wo ich auch ähnlich wie in diesen Stoffen eine Abfolge der verschiedenen beige-, rot-, gelbtönen zweimal wiederholt habe... schon eine Art von Muster wird.

00:10:09: Oder gibt es die Wiederholung, die sieht man nur nicht weil sie außerhalb des Bildes ist wenn man so will?

00:10:14: Ja oder halt ein bisschen was davon innerhalb des Bilds.

00:10:17: aber ja das stimmt schon.

00:10:18: ich habe dann mehr range zoomt

00:10:20: und warum als Mahler beschränkst du dich so sehr?

00:10:24: Ich

00:10:24: empfinde es nicht als Einschränkung sondern als Thema.

00:10:27: also ich sehe eine große Freiheit in dieser Arbeitsweise sich an so einer art des Denkens abzuarbeiten.

00:10:37: Also ich hab das Gefühl, dass es unendlich viele Möglichkeiten gibt innerhalb dieses ... dieses Themas neue Bilder zu machen.

00:10:45: Auch Bilder die ich noch nicht kenne!

00:10:46: Weil das machst du jetzt seit vier Jahren oder?

00:10:49: Ja ungefähr.

00:10:50: und wie kam dieser Moment im Studium als du das Gefühl hast du hast da jetzt quasi deine Sprache gefunden also das hat sich entwickelt du hast quasi photorealistisch gemalt habe ich verstanden dann hast du mit diesen Stoffen experimentiert und bist ja dann Hast du ja quasi dieses Muster, was du gemeint hast offensichtlich wie so radikalisiert oder intensiviert.

00:11:13: Von dem Muster zum Raster und arbeitest dich jetzt an diesem Raster ab?

00:11:17: War das ein natürlicher Prozess oder kannst du irgendwann auch sich nochmal in etwas vollkommen anderes entwickeln?

00:11:22: Naja also das was hinzugekommen ist, wie du sagst vom Muster zu Raster, das finde ich gut beschrieben... Das was dazugekommen ist halt diese Ebene des malerischen Ausdrucks oder die Geste.

00:11:37: Und im Prinzip ist das Thema von den Arbeiten immer gewesen, also die, die man kennt, die ich gezeigt habe dass quasi das Raster und die malerische Handlung des Intuitiven des Malens in einer Gegenüberstellung oder in einem Konflikt zueinander sind in den Bildern weil und systemisches Denken quasi auf eine Anweise ein Widerspruch sind, die man aber in Malerei miteinander verbinden kann.

00:12:10: Also die Geste findet im System statt?

00:12:13: Anders als jetzt vollkommen frei!

00:12:15: Richtig ja.

00:12:15: also das ist so ein bisschen... Man kann es auch andersrum meinigst nicht, aber man könnte auch das Gefühl haben dass ich abstrakten Expressionismus aufräume.

00:12:23: Aber eigentlich ist es eher so, dass ich mich am Raster störe und ich das raster auflösen möchte.

00:12:29: Mhm durch die Unperfektion

00:12:31: richtig und durch eine Infragestellung davon, wie ein Raster funktionieren kann.

00:12:36: Also zum Beispiel durch die Variablen innerhalb von einem Raster.

00:12:40: also jetzt in diesen neuen Bildern sieht man ja das sozusagen parallel zueinander ständig leicht veränderte Farbtöne, also leicht veränderte Pinselstärken, leicht verträgtere, leicht saubere Spuren von Pinseln.

00:12:56: Das sind von meinem Gefühl beim Arbeiten Aspekte Das Denken über das Raster auf eine Art und Weise erweitern.

00:13:06: Und wie streng sind die Rasterabstände?

00:13:10: Machst du die intuitiv oder zeichnest du die vor?

00:13:13: Ich habe für die Arbeit jetzt das Gefühl gehabt, dass diese Strecke mehr Platz brauchen Und deswegen so eine Art von Mindestabstand festgelegt.

00:13:25: Wie weit die voneinander entfernt sein sollen, also wie groß jetzt diese Kisten sind quasi aus diesen vier Linien entstehen und dass sie nicht viel kleiner sein sollten.

00:13:36: aber das ist im Prinzip alles und ich probiere die verschiedensten Formen davon aus.

00:13:41: Jetzt hast du seit deinem Abschluss hier in Berlin ja international auch schon wieder ausgestellt, ne?

00:13:46: Du hattest die Einzelausstellung in Spanien und in Mexiko.

00:13:49: Ja!

00:13:49: Ist ja auch interessant beides quasi spanisch sprechende Länder.

00:13:52: wie kam es dazu?

00:13:54: Ja ich arbeite seit ... ... im Mexiko mit Bernardo Sänger und jetzt seit diesem Jahr mit Althoeta in Spanien und letztes Jahr auch eine Einzelausstellung in Rom gehabt.

00:14:07: Er hat mich auch gewundert, weil ich in Deutschland ja seit drei Jahren nicht mehr ausgestellt habe, dass es vor allem solche Länder waren, die sich für meine Arbeit interessiert haben.

00:14:16: Warum kann ich nicht sagen?

00:14:17: Hast du das Gefühl, dass abstrackte Malerei anders rezipiert wird in Italien, Spanier, Mexiko?

00:14:26: Ich

00:14:26: will dann nichts Falsches sagen, aber ich hab das Gefühl dass vielleicht abstrakte Malerei in Spanien normaler ist als bei uns und bei uns sozusagen Thema also Bildthemen.

00:14:37: Normaler sind als dort.

00:14:39: Also ich habe das Gefühl von dem was ich in Spaniens so gesehen hat Dass es viel weniger Figur gibt.

00:14:49: Meinst du das kommt durch Miro oder?

00:14:51: Kann sein Vielleicht Bilder auch dekorativer wahrgenommen werden und weniger als Botschaft.

00:14:58: Aber das ist wirklich ein unterschwelliges Gefühl.

00:15:01: Und auch den Künstlern weniger sozusagen Botschaft abgerungen wird?

00:15:06: Kann sein, ja aber ich kann es eigentlich nicht sagen.

00:15:11: Und wie siehst du denn da deine Zukunft?

00:15:13: also ist jetzt was wo du das Gefühl hast da kannst du dich jetzt noch ein restliches Leben mit beschäftigen.

00:15:18: Also ich bin jetzt schon mal ganz froh dass mir jetzt nochmal etwas neues eingefallen ist und ich die Arbeit in dieser Hinsicht weiterentwickeln konnte, weil diese neue Form jetzt diese Linien quasi also früher sind ja meine Linien horizontal und vertikal von einem Ende des Bildes zum anderen durchgelaufen.

00:15:35: Und jetzt werden sie unterbrochen und die Farbe kann sich verändern.

00:15:41: Dieser Unterschied erlaubt mir zum Beispiel viel größere Bilder zu machen oder Bilder komplexer zu komponieren Bilder nicht mehr darauf festgelegt sind, dass zum Beispiel eine konstante rote Linie von links nach rechts durchgeht.

00:15:53: Und das erlaubt einem ja, wie man den neuen Bildern jetzt sieht, dass z.B.

00:15:58: in rechts oben und links unten das Bild sehr anders sein kann.

00:16:02: Das war durch die Kontinuität in den vorigen Bildern nicht so.

00:16:05: D.h.,

00:16:06: es erlaubte mir kompositorisch einen ganz anderen Spielraum, von dem ich auch zwischenzeitlich dachte – ich hätte den gar nicht!

00:16:12: Also es gibt schon viele Möglichkeiten diese Bilder zu verändern

00:16:18: In der unterschiedlichen Kraft, die du auf die unterschiedlichen Ebenen legst in stark und schwach und dicker und dünner.

00:16:27: Wobei in der Dicke sind sie eigentlich immer gleich?

00:16:30: Ja viel also.

00:16:32: es gibt stärkere Farben mit dünneren Pinseln umgesetzt sind aber als Ausnahme.

00:16:42: Aber man kann sich bei dieser Art Das ist ja fast eine Pixel-Struktur.

00:16:46: Nur

00:16:46: in Form von Pinselstrichen, die ich jetzt gemalt habe.

00:16:49: Man kann sich das ja fast vorstellen wie Pixel nur dass es ein bisschen anders ist und im Prinzip könnte man auch ein Bild malen was links unten rot ist und oben rechts grün wäre dann vielleicht so'n Art von Farbverlauf was mich nicht interessiert.

00:17:03: aber man kann also in dieser Form das Bild von wie gesagt links unten bis rechts oben stark verändern.

00:17:10: Bisschen wie so ne Digitalluhr eigentlich auch?

00:17:13: Also, dass man aus sozusagen der Nullen und also der digitalen Acht kann man eben alle Zahlen und alle Alphabetes schaffen.

00:17:24: Weißt du was ich mein?

00:17:25: Ja so ein bisschen.

00:17:25: Die digitale Anzeige

00:17:27: ja

00:17:28: sind denn so wie ich würde jetzt nicht sagen Rollmodels aber Was ist denn?

00:17:34: sind so Maler maler wie Oncavara dann relevant für dich?

00:17:38: oder eher so Figuren wie Günther Ferg die er quasi so gestische Tupfenbilder gemacht haben.

00:17:45: Wo würdest du dich da irgendwie einordnen?

00:17:47: Konzeptuell, malerisch beides...

00:17:50: Also das ändert sich ja immer von Zeit zu Zeit.

00:17:54: Zu der Zeit über die wir vorhin geredet haben wo ich mich noch so ein bisschen als konzeptuell denkenden Künstler verstanden habe oder als Kunststudent war für mich der wichtigste Künstlerin Jonathan Laska.

00:18:05: Der quasi auch eine Art von aufgeräumter Abstraktionen gemacht hat, auf eine andere Art und Weise.

00:18:12: Aber das war für mich eine Gründe, warum ich angefangen habe zu malen.

00:18:16: Und jetzt momentan hab' ich mich zum Beispiel in den letzten Jahren viel mit Joanne Mitchell beschäftigt – und das ist im Prinzip so etwas was mich interessiert!

00:18:26: Also es gibt viele Gemeinsamkeiten mit vielen Künstlern aus der Post-Moderne aber ja... Gut, also es hat mich auch interessiert über andere Sachen zu sprechen als über jetzt das was faktisch auf der Leinwand drauf ist und das konnte man in solchen Klassen, konnte ich immer gut.

00:18:49: Ich habe halt dadurch mir diese ganzen malttechnischen Sachen selber mit mir ausmachen müssen.

00:18:55: aber das ist auch sowas langweiliges Also

00:18:58: wie was worauf trägt und

00:19:01: sich

00:19:02: zu etwas verhält.

00:19:04: Und sag mal, die Bilder sind ja nicht alle gleich weiß grundiert oder?

00:19:09: Ja unterschiedlich.

00:19:10: also es gibt welche.

00:19:12: das hat was damit zu tun dass wenn sie stärker grundiert sind dann saugt der Untergrund weniger und die Farbe steht mehr auf dem Bild.

00:19:21: und ich habe jetzt in den letzten Wochen wo ich diese Ausstellungen gemalt hab mit den verschiedensten Untergründen sozusagen ausprobiert und gemerkt, es gibt solche guten Ergebnisse.

00:19:33: Und die hat weniger grundiert sind.

00:19:35: Die haben durch die Hürte Saugkraft so ein Charakter.

00:19:38: von so einem Aquarell habe ich das Gefühl, weil die Farbe so ein bisschen ins Bild eindrängt.

00:19:42: Was mir eigentlich ganz gut gefällt.

00:19:44: Deswegen hab' ich auch in der Ausstellung zwei Bilder hängen, die so aussehen.

00:19:48: Es ist aber immer das gleiche weiß?

00:19:51: Immer ein ähnliches weiß?

00:19:53: Ja.

00:19:54: Aha!

00:19:54: Auch da variierst du.

00:19:56: Ja, weil ich meine andere.

00:19:58: Also du bist quasi immer noch ständig am experimentieren und auf der Suche nach dem besten Bild?

00:20:02: Ja!

00:20:03: Und es kommt natürlich auch drauf an was für ein Eimer Weiß gerade da steht.

00:20:06: also er verändert sich manchmal ein bisschen.

00:20:09: Es ist immer derselbe aber verändert sich...

00:20:11: Ich habe verschiedene Produkte dastehen.

00:20:13: deswegen ist dann manchmal ein Bisschen weißer manchmal bisschen weniger weiß aber grundsätzlich versuche ich einen bis leicht abgetöntes Weiß zu verwenden das nicht so blau ist.

00:20:25: Und wie oder beziehungsweise, wie arbeitest du?

00:20:27: Du arbeitst dann intensiv an so einer Ausstellung.

00:20:29: Oder hast du eine ständige Studiopraxis in der du sowieso einfach immer da weiter experimentierst und die Bildidee quasi vorantreibst?

00:20:40: Ich hab ja jetzt mit einem gewissen, also ich habe jetzt mit dem Termin für das Telegrafenamt diese Art... die diese Bilder das erste Mal umgesetzt und mich damit jetzt, sagen wir, einen zwei Monate lang intensiv beschäftigt.

00:20:53: Und auch bewusst ein reduziertes Farbspektrum gewählt für die Ausstellung und diesen Raum.

00:21:01: Deswegen würde ich mich ganz gerne damit mal beschäftigen wie die in anderen Farben funktionieren würden.

00:21:06: Du hast gesagt, du hast eine sehr eingeschränkte Palette jetzt verwendet?

00:21:10: Ich habe jetzt eine eingeschrankte Palette verwendete.

00:21:11: Also mich mit auf diese Oxid-Töne beschäftigt weil ich auch fand dass die für das Telegrafenamt gut geeignet sind.

00:21:18: Für diesen Raum der mir zu einer bestimmten Wärme schon ausgestattet ist.

00:21:23: Ich wollte dem sozusagen zuarbeiten im Raum und... Jetzt hätte ich, wenn ich jetzt nicht irgendeinen Ausstellungsstress bekomme die Zeit mich mal mit anderen Farben auch in dieser Idee zu beschäftigen.

00:21:38: Okay das heißt du kannst dann... Das ist natürlich das wahrscheinlich verlockende Endlos in diesem Raster weiter dich weiter entwickeln und weitere Variationen sozusagen kreieren.

00:21:52: Ich male es nur so lange es mir so vorkommt als würde ich noch eine neue Variation davon entwickeln können Und es ist halt ein bisschen schwierig.

00:22:01: Ich hatte auch in den letzten Jahren eigentlich nicht Experimentierphasen, sondern immer für Ausstellungen gearbeitet.

00:22:07: Dann arbeitet man ja zwangsläufig ein bisschen ergebnisorientierter was vielleicht nicht schlecht ist aber führt dazu dass es schon viele Sachen gibt die man mal ausprobieren möchte die man dann aber zum Zweck eine Ausstellung nicht machen würde.

00:22:20: Obwohl das eigentlich man glauben könnte.

00:22:22: jedes Bild wurde sowieso schon gemalt?

00:22:24: Ja also Ich meine nicht, ich weiß es gibt ein paar Leute auf Instagram die das behaupten.

00:22:28: Aber niemand hat diese Bilder gemalt.

00:22:31: Lustig ist ja dass es dann so Kommentare gibt wie looks like graduated from kindergarten.

00:22:35: Wie findest du da einen Kommentar?

00:22:38: Das was Du gerade sagst ist ja ein Kompliment eigentlich!

00:22:41: Ich finde das eigentlich, fand es auch jetzt nicht so.

00:22:43: Also vor allem wenn es quasi aus qualifiziertem oder vermeintlich Kunstweltinsidern kommt ist es natürlich ganz interessant weil man fragt sich ja dann was ist denn der Anspruch?

00:22:52: Was soll sozusagen...wenn weiß ich nicht kunstkomm' von Können soll es sozusagen besonders elaborierte Malerei sein im Form von handwerklicher Körnerschaft?

00:23:01: Es ist eben interessant weil es am Ende geht es hier auch um ein Bildkonzept auch zu prägen Was es vielleicht in der Form so noch nicht gab und das sagst du ja gab's auch nicht.

00:23:10: Ja, behaupte ich!

00:23:11: Also ist ja eine Sache wie stellt man jetzt die Riggler ein?

00:23:17: Es gibt da Leute, die sagen man darf keine Raster mehr malen weil das haben schon zwei Leute gemacht oder zwei drei Leute gemacht.

00:23:23: Und das ist so ne Sache.

00:23:26: Wie kriegt man das hin innerhalb eines besetzten Raums, Weiterentwicklungen zu schaffen und auch den Raum weiter noch weiter zu öffnen.

00:23:35: Und das ist etwas was ich glaube alle Künstler machen.

00:23:38: also wenn ich mich hier so umgucke dann es gibt ja keine Kunst ohne Thema und ohne Vorbilder und das ist eine Art von... Es ist halt wichtig finde ich mit einem bestimmten Respekt umzugehen mit den Vorbildern die man hat und auch nicht so zu tun als wären die nicht da.

00:23:56: Man versucht sich ja elegant gegenseitig auszuweichen als Künstler.

00:24:03: Und du zitiierst aber nicht.

00:24:05: oder gibt es auch manchmal, dass du quasi Farbpaletten... ...gibt ja gewisse Farben die irgendwie zugewiesen sind?

00:24:12: Dass du die verwendest oder sowas?

00:24:13: Also ich arbeite immer mit einem sehr kalten Gelb, also Zitronengelb-, Hansalgelb-Nickelgelb.

00:24:19: Also ins grünlicht tendierende helle Gelbtöne.

00:24:22: Ich arbeite gerne mit roten Farbtönen, die quasi aus der Natur zu kommen scheinen.

00:24:28: Also Katmiumtöne obwohl sie halt nicht so transparent sind.

00:24:31: deswegen war ich meistens auf Pigmente aus Die Eigenschaft haben transparent zu sein, weil das in meiner Arbeit hilfreich ist wenn die Striche des Weiß von hinten durchlassen bzw.

00:24:42: die Farbe über die drüber gemalt wird auch noch sichtbar ist und dafür gibt es zum Beispiel ganze Pigment-Familien, die sich dafür eignen.

00:24:51: Also gar nicht so deckende Farbe?

00:24:53: Ja genau ich versuche eigentlich immer mit den Transparnickelgelb

00:24:56: z.B.,

00:24:57: eine Farbe die in fast allen meinen Bildern drin ist, die total transparent ist aber einen sehr starken Bernstein farbenden Tonen erzeugen kann, der so Bernstein-mäßig leuchtet.

00:25:09: Und das ist zum Beispiel eine Farbe die immer auftaucht.

00:25:11: und grundsätzlich habe ich das Gefühl, ich arbeite weniger oder seltener mit Farben, die Ich zumindest als künstlich wahrnehme.

00:25:19: Aber es ist sehr intuitiv wenn du sagst zum Beispiel blau kommt nicht vor?

00:25:22: Ja genau das kommt.

00:25:23: blau gemalt auf weiß kommt mir vor wie künstlig.

00:25:27: Und es ist immer weiß Der Mahlgrund ist immer weiß?

00:25:31: Der war bisher immer weiß.

00:25:33: Ich hab für die Ausstellung sogar die ersten Bilder auf dem rohen Baumwollbeisch gemalt, weil ich dachte, das würde vielleicht zu diesem Oxid-Spektrum auch passen.

00:25:43: Also so eine leicht abgetünte Hintergrund oder sogar einen Rohrbaumwollhintergrund.

00:25:48: Aber was mir dann ... Das sah mir irgendwie so gemütlich aus und dies hat auch ... Das wurde dann so grau, so graubraun das Ganze.

00:25:57: Und diese ... Transparente, ja auch Farbbrillianz die irgendwie wichtig ist und auch das aquarellige was ich in diesen Bildern mache jetzt mit dem Pinsel.

00:26:09: Das hat da nicht so gewirkt.

00:26:12: Und hast du schon mal ein Wandbild gemalt?

00:26:15: Nee.

00:26:16: Und findest es interessant?

00:26:18: Ja, es gab ab und zu Leute die mich gefragt haben nach Wandbildern und ich wollte das irgendwie nicht machen.

00:26:25: Ich habe aber gemerkt.

00:26:27: Ich habe ja in Berlin auch, der Mondhügelbahnenbild was ich glaube vier Meter irgendwas breit ist also fast wandfüllend zwei Striche das hätte man im Prinzip auch an die Wand machen können ist eigentlich...

00:26:39: Ach das glaube ich ja überhaupt nicht!

00:26:41: Meinst du nicht?

00:26:42: Nee weil ich denke dass es ja total wichtig ist, dass es eine Begrenzung gibt im Bild und dass ja auch ein bisschen wie so einen Ausschnitt daherkommt von der gesamten Welt vielleicht.

00:26:52: aber ich denke wenn diese Das ist ja ein sehr radikales Bild, weil es irgendwie ohne mich viel schafft nur durch diese zwei Striche.

00:27:01: Aber ich glaube wenn die jetzt einfach auf der Wand wären würde nicht die Wirkung entstehen wie sie jetzt entsteht dadurch dass das auf einem Bildträger ist.

00:27:10: Ja, das war auch immer mein Eindruck aber du findest es besser mit nichts auf der Wande.

00:27:15: Ich bin nicht sicher!

00:27:17: Ich glaube... ...dass die Bilder durch diese Einfachheit irgendwie auch stark sind Und natürlich immer so ein bisschen wie so einen Ausschnitt darstellen von der Gesamtwelt, wie du sie irgendwie wahrnimmst und sich weiterentwickeln.

00:27:32: Also wenn man jetzt ein Bild vergleicht, wie wir es hier in der ersten Ausstellung gezeigt haben ist das gleiche aber trotzdem sind Welten dazwischen.

00:27:40: Das ist natürlich interessant!

00:27:43: kommt wahrscheinlich so ein bisschen auf die Architektur an.

00:27:46: Man kann es nicht für allgemeinern, wenn das eine besondere ... Wenn das ein Ort ist, auf den du dann wieder vielleicht doch genauer reagierst als man vermuten würde, wie du's hier auch gemacht hast?

00:27:58: Du hast ja die Bilder extra für den Raum gemacht!

00:28:02: Ja ich habe auch das Gefühl dass vielleicht eine Sache mir unangenehm sein könnte auf die Wand zu arbeiten dass auch die Leinwand eine Art von Bescheidenheit hat, nämlich die Bescheitenheit, dass man sie einfach wieder abhängen kann.

00:28:19: Und sobald es auf der Wand drauf ist diese Ehewägung, diese Idee der Permanenz, so ist das jetzt, diese Fakten geschaffen zu haben... Es ist ja wirklich toll bei Bildern, dass wir sie einfach abhängigen können.

00:28:33: Und sag mal was zu den Titeln?

00:28:35: Weil die Bilder sind immer ohne Titel.

00:28:39: Die Ausstellung hießen früher Wie der Monat, in dem die Bilder entstanden sind oder wie der Monate, in denen die Ausstellung war.

00:28:45: Die Bilder entstanden sind weil ich auch oft eben auf den letzten Drückern noch viel gearbeitet habe.

00:28:50: also deswegen konnte ich mich auch immer zur Ausstellung identifizieren mit dem Monat indem es passiert ist und in dem diese Ausstellung vielleicht auch eröffnen konnte.

00:29:00: Ich hab letztes Jahr zum Beispiel dadurch dass ich zur gleichen Zeit in Rom und in Barcelona Einzelausstellungen hatte, die Ausstellung dann in dem Jahr und in London hatte ich auch eine kleine Ausstellung.

00:29:13: Nur danach benannt habe wo ich die Bilder gemalt hab?

00:29:16: Weil ich habe eine Serie im Brandenburg gemalt, eine Serie der Costa Brava und eine Serie in London und den Ort quasi genommen also entweder die Zeit oder den Ort.

00:29:26: Und arbeitest du auch auf Papier?

00:29:29: Ja, ich arbeite Skizzen und Studien auf Papiere um sozusagen Farben zu testen, Komposition auszuprobieren.

00:29:37: Also, ja.

00:29:38: Studienmäßig!

00:29:39: Und auch da immer Raster?

00:29:41: Ja...

00:29:42: Wobei du würdest sagen ist es kein

00:29:43: Raster?!

00:29:43: Nee, das ist kein Gitter!

00:29:44: Also ich

00:29:44: meine dann jetzt keine Porträtes auf Papier.

00:29:46: Ja.

00:29:47: Nein aber auch da ähm die und dieses Raster ist relativ immer zu größer des Platz also eigentlich proportional ähnlich wie bei einer großen Leinwand.

00:29:58: Die Papierarbeiten sind, also das weiß gar nicht ob das Papier arbeiten sind, die Studien interessieren sich nicht so für die Komposition also dass mehr die Farbe sozusagen zu sehen, wie sie miteinander reagiert.

00:30:10: Der versuche ich einfach zu füllen, aber da kommen auch interessante Ergebnisse raus, die ich dann auf die Leinwände wiederum übertrage, weil man sich nicht so Gedanken

00:30:19: macht.

00:30:19: Wenn du sagst, Gedanken machst?

00:30:20: Wie ausgeklügelt ist ein Sonnenbild?

00:30:22: Also das ist nicht quasi intuitiv, greifst du zu dem Pinsel und in die Farb-Eimer

00:30:28: usw.,

00:30:29: sondern das ist richtig geplant!

00:30:31: Das

00:30:31: ist voll... mehr oder weniger voll durchgeplant.

00:30:34: Also selbst die Momente, die nicht geplant sind, sind bewusst zugelassen weil man muss sich das so vorstellen jetzt von einem Querformat in der Ausstellung.

00:30:46: ich habe in meinem Studio den Wandplatz um vielleicht von denen vier Stück oder fünf Stück gleichzeitig malen zu können und Ich mache im Prinzip auf allen fünf genau das gleiche mit kleinen Variationen, also weil ich den Zweifel habe ist es besser die zweite Etage grüner zu machen oder so was und das probiere ich dann aus.

00:31:09: Und ich beobachte im Verlauf des Herstellens und danach die Unterschiede dieser Bilder und entscheide mich für eins was aufgespannt wird.

00:31:18: Insofern gibt es ein paar improvisierte Momente wie zum Beispiel da fällt mir der Pinsel fast aus der Hand, aber es gibt mehr Farbspritzer.

00:31:28: Genauso wie zum Beispiel auch das Dripping ist etwas was ich bewusst einsetze also immer an den Stellen an denen ich haben will.

00:31:37: hoffentlich und wird auch unterschiedlich in den verschiedenen Bildern die ich dann von einem Motiv sozusagen mach unterschiedlich eingesetzt.

00:31:47: Also mal regnet das mehr, mal regnete es weniger und im meisten sind es die wo weniger Dripping ist, die ich aussuche also wo es seltener vorkommt.

00:31:56: jetzt als Beispiel.

00:31:58: Aber die Komposition ist dann immer die gleiche?

00:32:02: Und dann suchst du das Beste aus?

00:32:05: Ja Also die Komposition variiert ein bisschen.

00:32:08: Aber

00:32:09: sie ist im groben, in der groben Aufbau und das ist natürlich wieder dann sehr ähnlich.

00:32:14: zur Musikkomposition wahrscheinlich eigentlich oder?

00:32:16: Ja genau könnte man sagen unterschiedliche Texte

00:32:20: im Studio.

00:32:22: also nimmst du gleich einen Song fünfmal auf und guckst dann wie er sich besser anhört.

00:32:25: ja und so was man ja dann irgendwie manchmal in der Kunstgeschichte gehört hat dass künstler irgendwie Töne hören wenn Sie Farben sehen ist es bei dir auch so

00:32:33: ist nicht so, aber ich versuche mir durch das Denken über Töne ein Verständnis über die Qualität von der Komposition zu verschaffen.

00:32:41: Also ich schaue das Bild an und stelle mir vor wenn du jetzt zum Beispiel bei den Bildern guckst vom links nach rechts also irgendwie geht es bei mir immer von links nach Rechts wahrscheinlich weil wir so lesen können und ich nehme das so wahr dass da diese die parallelen Tönen die aufeinander folgen, die parallel Striche, dass sie eine Tonabfolge sind und dass die dann unterbrochen wird von einer Tonabfolge, die vertikal parallel ist.

00:33:08: Das geht ja jetzt bei den Bildern in fast alle Richtungen diese Tonab folgen.

00:33:12: man könnte das sogar diagonal wahrnehmen.

00:33:15: aber also es ist nicht so als würde ich einen Ton hören.

00:33:17: aber ich spreche von einem Ton einem Farbton und denke auch so drüber.

00:33:23: Und hast du das Gefühl du wirst verstanden mit deiner Arbeit?

00:33:26: Ich weiß nicht was es da groß zu verstehen gibt Oder gesehen,

00:33:30: vielleicht gesehen?

00:33:31: Ja das müssen wir jetzt mal gucken.

00:33:33: Also ich versuche ja nur einen bildnerischen Vorschlag zu machen wie man sozusagen oder so wie ich über Malerei nachdenke und was heißt denn gesehen?

00:33:43: Wie würdest du das definieren?

00:33:44: Aber wann ist mit einem Künstler gesehen?

00:33:46: Naja das weiß ich nicht irgendwie dass das rezipiert wird in der Form, dass man sich verstanden fühlt, manchmal wird man auch von den falschen Leuten verstanden...

00:33:57: Achso!

00:33:57: Gibt ja manchmal das Künstler dann eben in was eingeordnet werden, was sie eigentlich gar nicht sind?

00:34:03: Oder weißt du, dann wären Sie irgendwie dem Minimalismus zugeschrieben.

00:34:06: Dabei sind die eigentlich missverstandene Expressionisten oder sowas...

00:34:10: Okay!

00:34:10: Ja also das war mir jetzt nicht passiert.

00:34:13: Also ich denke auch, dass es ja gut solche Formate gibt wie unser Gespräch, dass man das so ein bisschen einordnen kann, wie's gemeint ist.

00:34:21: Ich

00:34:22: finde es ja gut, wenn so eine künstlerische Arbeit quasi im Dialog mit anderen Künstlern und dem Publikum stattfindet.

00:34:29: Und man merkt ja, wenn man sich mit den Leuten unterhält was bei ihnen ankommt und was man vielleicht anders machen muss um seine Idee rüberzubringen in Reform.

00:34:40: Ja und ich find eben interessant dass man das offensichtliche Leute sich davon auch irgendwie provoziert fühlen und manchmal vielleicht so das Gefühl entsteht als würdest du ... den Kunstbetrieb vorführen oder sowas, was ich überhaupt nicht so sehe.

00:34:55: Aber... Ich finde interessant das Leute offensichtlich diesen Eindruck haben.

00:35:00: Ja?

00:35:00: Aber die haben vielleicht aller Kunst, die nicht.

00:35:02: irgendwie weiß ich nicht, was für Missstände sozusagen beschreibt Skepsis gegenüber.

00:35:08: Ja genau!

00:35:08: Wir haben ja schon öfter darüber gesprochen.

00:35:10: warum gibt es Leute, die sich da rüber so aufregen.

00:35:13: Ich habe jetzt auch noch mal überlegt, vielleicht liegt's auch daran dass ich mir so viel Mühe gebe, dass es aussieht als wäre es mit so einer Leichtigkeit zu erzeugen.

00:35:21: Also das finde ich extrem wichtig.

00:35:23: Das habe ich mit der Sprühdose gemacht, das versuche ich jetzt mit dem Pinsel auch zu machen dass es eben nicht aussieht.

00:35:29: und weil es auch nicht so ist wie jemand, der den Pinsel führt um damit etwas Kaligrafisches oder so.

00:35:36: Weißt du das soll keine Kunstfertigkeit haben?

00:35:39: Weil es um was anderes geht.

00:35:41: Also es geht um einen rohen Farbklang also wie eine Taste am Klavier zu drücken wenn man den Pinsell zieht.

00:35:47: und vielleicht hat dieses große Bedürfnis an Leichtigkeit in meinen Arbeiten, weil ich für das dazu dass sich davon Leute gestört fühlen, weil man das auch interpretieren könnte als Der kann es nicht oder der will sich keine Mühe geben.

00:36:02: Aber wenn du die Bilder nicht so genau komponieren würdest, würden nicht so gute Bilder dabei rauskommen?

00:36:08: Oder das ist doch deine Behauptung

00:36:09: auch?

00:36:10: Ja also ich denke eben dass das jetzt bei der Art und Weise wie ich arbeite... Dass es reicht die Farbe quasi da einfach hin zu ziehen bzw.. Das dauert auch nur eine Weile bis man, bis ich das hinbekomme habe, dass die Farben einfach auf dem Bild sein können ohne so auszusehen als soll sie was bedeuten.

00:36:28: Und dann kommt meines Gefühls nach die Komposition erst richtig zur Geltung, weil quasi die Artikulation des Pinselstrichs nicht von der Komposition des Bildes ablenkt.

00:36:40: Genau aber die Kcomposition des Bildens ist ja ausführlich ausgeklügelt und dann exekutiert!

00:36:48: Und das ist ja was ... Deine Behauptungen ist doch auch.

00:36:51: oder du sonst würdest es ja nicht so machen wenn du einfach so an die Leinwand gehen würdest?

00:36:56: Ungeplant... komponiert, unkonzipiert und quasi dasselbe Raster auf die Leinwand bringen würdest.

00:37:04: Würde ein anderes Bild aber herauskommen was nicht quasi die bildnerische Stärke hat wie jetzt wo du sie quasi so genau generalstabsmäßig planst?

00:37:15: Ja ich würde es auch nicht übertreiben generalstabsmäßig planen weil also es ist ja auch so das durch den Studienprozess... Ich wollte es vorhin sagen also durch den Studium Prozess entstehen ja viele kommt auch Zufälle in die Arbeit rein, die ich als gelungen empfinde und die dann bewusst aufgenommen werden.

00:37:37: Also es ist jetzt nicht so wie Brittid Riley die Arbeiten durchplanen also am Skizzenbuch Farbe für Farbe sondern es ist ein Lernprozess der sozusagen die Bilder vom Anfang des Prozesses bis zum Ende verbessert.

00:37:52: Und jede fünf großen Bilder, die ich jetzt gemalt habe haben auf den nächsten fünften Lerneffekt.

00:37:59: Dadurch stabilisieren sich bestimmte Teile... Es entstehen Tendenzen, dass beispielsweise in den Bildern der Ausstellung meistens die vertikalen Elemente kühler sind in der Farbtemperatur als die horizontalen.

00:38:16: Das ist so eine Trennung, hab ich gemerkt über den Prozess, wo ich gearbeitet habe.

00:38:20: Bis auf ein paar Ausnahmen wird die Farbtemperatur sozusagen auf diese beiden Ebenen verteilt ... um so'n bisschen Ordnung oder nicht ne Ordnung zu schaffen.

00:38:32: Aber das hat wie ich das empfunden habe, ne Art von Ruhe in die Bilder reingebracht, die vorhin nicht da war.

00:38:36: Genau.

00:38:36: aber gleichzeitig hast du ja so ne Art Chaos und Kontrolle weil du hast quasi die Geste Danach noch mal die wieder Raster-Kontrolle, Rasterverhandlung in dem du eins der Bilder, der fünf eigentlich gleichen Bilder aussuchst und das schaffts ins Katalog Resonee wenn du so willst.

00:39:02: Verlässte Studio und die anderen nicht.

00:39:05: Und das ist ja auch immer ein Impulskontrollen.

00:39:08: Ja, ja, ist so.

00:39:10: Und es ist schon ein akribischer Aufwand weil auf den Wenn man die Bilder anschaut, würde man denken das ist sozusagen aus dem Elbogen einem Nachmittag entstanden.

00:39:23: Genau und es dient ich glaube wie du es auch gesagt hast der Überprüfung.

00:39:27: also weil es meist oder oft auch vorkommt dass ich ein Bild mal und mir gefällt das irgendwie Ich komme damit zu Recht aber ich trau dem nicht.

00:39:38: Deswegen male ich noch mal vier, fünf weitere.

00:39:41: Die aber nicht so gut werden wie das Erste.

00:39:43: Also Spontanität und Leichtigkeit liegt manchmal auch in den ... die nicht danach gemalt wurden?

00:39:50: Aber trotzdem muss es sich dem Wettbewerb stellen.

00:39:54: Genau!

00:39:54: Ja...

00:39:56: Und manchmal ist das was man darüber weniger nachgedacht hat vielleicht sogar besser.

00:40:01: Das ist jetzt nicht so als würde ich das dogmatisch dann ausschließen.

00:40:06: Du machst die Probe aufs Exempel.

00:40:08: Ja, genau!

00:40:09: Ja sehr spannend.

00:40:10: ich bin sehr gespannt was da noch alles in diesem Raster drin steckt und welche Bilder da entstehen können und freue mich darauf zu sehen wie es weitergeht.

00:40:18: Vielen

00:40:19: Dank!

00:40:21: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:40:22: wenn euch die Folge gefallen hat dann lasst doch gerne fünf Sterne da wie man so sagt und wenn ihr Themenvorschläge habt worüber wir reden sollen wen wir mal einladen sollen freue ich mich über Feedback in den Kommentaren oder auch an infoatkönigalerie.com.

00:40:41: Was mit Kunst?

00:40:43: Ein Podcast

00:40:44: von

00:40:44: und mit Johann König.

Über diesen Podcast

In “Was mit Kunst” lichtet Johann König den Schleier der exklusiven Kunstwelt, indem er Künstler*innen, Kurator*innen und Kunstsammler*innen interviewt. Die Gäste sprechen über ihren Werdegang, ihre Werke und reflektieren über die Entscheidungen, die sie in ihrer Karriere getroffen haben, wie sie Hindernisse überwunden und sich von Zuschreibungen freigemacht haben. Ein einmaliger Zugang zu prägenden Akteur*innen der Kunstszene.

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Coverbild: © Lukas Gansterer

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